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Freund erlöst sich selbst

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04.02.2012

Skispringen Freund erlöst sich selbst

Platz zwei nach Debakel der Vorwoche – “Ein sehr, sehr schöner Tag” – Schlierenzauer feiert 40. Sieg.

Predazzo/Tesero – Der dichte Schneefall in Val di Fiemme konnte Severin Freunds Sonnenschein-Laune am Samstagabend kein bisschen trüben. “Nach dem schlimmen Erlebnis in Sapporo war heute sein sehr, sehr schöner Tag”, sagte der 23 Jahre alte Skispringer aus Rastbüchl.

Dem Aus in der Qualifikation der Vorwoche hatte Freund auf der WM-Schanze des kommenden Jahres in Predazzo mit zwei eindrucksvollen Sätzen auf 131 und 130,5 Metern getrotzt – und auf Platz zwei seinen dritten Podestplatz der Saison gefeiert.

Die Last, die von Freund nach dem Achtungserfolg abfiel, fühlte sich genauso groß an wie die, die Gregor Schlierenzauer im Trentino abwarf. Der überragende Österreicher sprang unbeeindruckt von Freunds starkem Auftritt zu seinem 40. Weltcup-Sieg und verbesserte sich in der ewigen Bestenliste auf Platz zwei hinter dem viermaligen Olympiasieger Matti Nykänen (46 Siege). Im Gesamtweltcup kommt der Olympiadritte dem führenden Andreas Kofler (1034) nach seinem sechsten Saisonsieg und mit nunmehr 966 Punkten immer näher. Dritter wurde Schlierenzauers Landsmann Thomas Morgenstern (227,5).

Wie der Mann des Tages ballte auch Freund immer wieder die Fäuste. “Es war eigentlich mein Ziel, in jedem Wettkampf zu punkten. Dass ich mich jetzt so zurückgemeldet habe, ist umso schöner”, sagte er strahlend. Bundestrainer Werner Schuster sprach von einer “enormen mentalen Stärke. Severin schafft es trotz aller Emotionen, die Dinge sachlich zu betrachten.” Besonders erfreut zeigte sich der 42-Jährige aber über das “tolle Mannschaftsergebnis”.

Bei wechselnden Winden verbesserten sich Richard Freitag (Aue/217,8) und Andreas Wank (Oberhof/215,8) mit guten zweiten Sprüngen auf die Plätze neun und zehn. Maximilian Mechler (Isny) wurde 16. (208,4), Michael Neumayer (Berchtesgaden) sprang auf Rang 24 (193,1). Für das Springen am Sonntag (16 Uhr) sieht Schuster noch Luft nach oben: “Auch Richard kann Severins Niveau springen”, kündigte er an.

Ohne deutschen Podestplatz hingegen endete der Teamsprint der nordischen Kombinierer. Shooting-Star Fabian Rießle musste seinem zu hohem Tempo im Teamsprint von Tesero Tribut zollen und sich im Schlussspurt den beiden französischen Teams geschlagen geben. “Er ist halt ein Jungspund und wollte es probieren. Am Ende haben ihm die entscheidenden Körner gefehlt”, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Einem Strick wollte der Coach seinem Schützling aus dem falschen taktischen Verhalten keineswegs drehen: Immerhin hatte es für Rießle gemeinsam mit Weltmeister Eric Frenzel im Rennen über zweimal 7,5 Kilometer zu Platz vier gereicht.

“Das nächste Mal wird er da vielleicht behutsamer rangehen”, sagte Weinbuch. Der 51-Jährige war bei Rießles überraschenden Angriff auf das norwegische Sieger-Duo Magnus Moan/Mikko Kokslien in der achten von zehn Runden extra an die Strecke geeilt, um diesen zu bremsen.

Vor allem das Springen, nach dem Rießle/Frenzel mit Sätzen auf 123,5 und 125,5 noch auf Platz zwei gelegen hatten, stimmte die deutsche Delegation aber positiv. Auch ohne Björn Kircheisen, Zweiter des Einzelrennens vom Freitag, waren die deutschen Kombinierer vorne mit dabei – auch wenn Tino Edelmann und Johannes Rydzek sich als Team Deutschland zwei am Ende mit Rang neun (1:28,4 Minuten zurück) begnügen mussten.

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