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Neureuther will zurück zu alter Form kommen

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27.01.2012

Weltcup Neureuther will zurück zu alter Form kommen

Für den Ski-Rennläufer ist die nervige Einfädler-Debatte beendet.

Garmisch-Partenkirchen – Mit Tiefschneefahren unterhalb der Zugspitze hat Felix Neureuther das Weltcup-Wochenende in seiner Heimatstadt Garmisch-Partenkirchen begonnen. Der Kopf muss während der Rennpause frei werden beim besten deutschen Slalomfahrer. Während die Speed-Spezialisten am Samstag und Sonntag in der Abfahrt und im Super G um Weltcup-Punkte kämpfen, sucht Neureuther nach den aufregenden Tagen Zerstreuung beim Skifahren mit Genuss. “Wenn ich meine Spuren im Schnee hinterlasse, kann ich alles vergessen”, sagt der 27-Jährige.

Und der Ski-Rennläufer muss viel verarbeiten. “Das Tiefschneefahren ist dann mein Mentaltrainer”, sagt Neureuther. Er grinst. Das Lachen war ihm in den vergangenen Tagen vergangen. Der Ärger um die Einfädler-Debatte hat ihn aus dem Rhythmus gebracht. Österreichische Medien hatten darüber berichtet, dass er und der Österreicher Marcel Hirscher beim Slalom in Zagreb Anfang Januar einen Torfehler begangen hätten, ohne dass das jemand bemerkt habe. Hirscher hatte das Rennen vor Neureuther gewonnen.

Als dann noch der Kroate Ivica Kostelic in den Tagen von Kitzbühel in einem Fernsehinterview – an Hirscher und Neureuther gewandt – von einer “Schande sprach, die ewig bleibt”, habe ihn das “tief getroffen”, wie der Mann vom SC Partenkirchen zugibt.

Er habe dann den Fehler gemacht, gesteht Neureuther, sich hinreißen zu lassen. “Ich wollte es jetzt erst recht allen zeigen.” Die Aggression verfehlte allerdings sein Ziel: Neureuther, eigentlich in blendender Form, fädelte sowohl in Kitzbühel als auch zuletzt am Dienstag in Schladming ein. Nach der Aussprache mit Kostelic und dem Freispruch des Ski-Weltverbandes FIS sei das Thema aber jetzt für ihn beendet, sagt Neureuther. Er klingt erleichtert.

Gut ist zudem, dass die nächsten Rennen erst wieder am 18. und 19. Februar im bulgarischen Bankso anstehen. Die Zeit dahin will er nutzen, um Ruhe zu finden, um zu sich zu finden. Deshalb hinterlässt er seine Spuren im Tiefschnee und leitet junge Rennfahrer am Gudiberg an. “Das macht mir unheimlich viel Spaß”, sagt Neureuther. Seit vier Jahren übt er schon mit dem Nachwuchs. Bei einem jährlichen dreitägigen Kurs in Sölden übernimmt er sogar alle Kosten für die Kinder und Jugendlichen. Sein Traum sei es, erzählt Neureuther, “dass ich eines Tages nach dem Ende meiner Karriere auf der Couch sitze und im Fernsehen einige der Jungs sehe, die ich einst trainiert habe.”

Doch bis es so weit ist, will er selbst endlich ein Rennen in dieser Saison gewinnen. “Wenn ich alle meine Zwischenbestzeiten addieren könnte, hätte ich schon mehrere für mich entschieden”, sagt Neureuther. Von Dienstag an wird er am Oberjoch im Allgäu mit Fritz Dopfer trainieren. Auch der Riesenslalom steht dann auf dem Programm. Nach seinen Knieproblemen wegen eines Knorpelschadens mit schmerzendem Ödem zu Beginn der Saison hatte er diese Disziplin zuletzt bewusst vernachlässigt. Nur einmal war er ohne Stangen ein paar Riesentorlaufschwünge gefahren.

Jetzt will er sich wieder herantasten und sehen, wie sein rechtes Knie den größeren Kräften begegnet. Er hofft, dass er dann auch in Bansko wieder im Riesenslalom starten kann. Das ist sein Ziel. “Ich werde aber nur antreten, wenn ich voll angreifen kann und 100-prozentig fit bin”, sagt Neureuther. Vorher verbringt er aber noch ein paar Tage zuhause im Tiefschnee.

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