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Neureuther ist von der Einfädler-Debatte genervt

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22.01.2012

Weltcup Neureuther ist von der Einfädler-Debatte genervt

Der Ski-Rennläufer fordert nach Rang 40 klarere Regeln vom Weltverband.

Kitzbühel – Fritz Dopfers Zufriedenheit nach Rennende wird schon fast zur Selbstverständlichkeit. Das war auch nach seinem neunten Platz beim Slalom am Sonntag in Kitzbühel, den der Italiener Cristian Deville gewann, nicht anders. “Ich habe es zwar im zweiten Durchgang nicht alles riskieren können, aber ich bin mit meinen Läufen sehr zufrieden.”

Während der 24-Jährige vom SC Garmisch nun darauf hofft, in Schladming am Dienstag schon zu den besten Fahrern 15 zu gehören, um eine bessere Startnummer zu bekommen, war sein Teamkollege Felix Neureuther als 40. im Zielraum richtig verärgert. Zum einen über den Fehler, der seinen Einzug in den Finaldurchgang verhinderte. Und zum anderen über die leidige Regel-Diskussion. “Es kotzt mich ganz schön an, dass ich am Samstag den ganzen Tag vor einem Klassiker über einen Einfädler sprechen musste. Das alles liegt drei Wochen zurück”, sagte Neureuther. Der 27 Jahre alte Rennläufer hatte jetzt sein Thema gefunden. Der Ärger musste einfach raus. Das Ausscheiden interessierte ihn nicht mehr.

Debatte über angeblichen Einfädler belastet Neureuther

Der Grund war die am Samstag aufgekommene Debatte, dass der Österreicher Marcel Hirscher (Österreich) bei seinem Sieg in Zagreb vor drei Wochen ein Tor nicht korrekt gefahren sein soll. Die österreichische “Kronen Zeitung” hatte darüber berichtet, dass Aufnahmen des österreichischen Ski-Teams mit High-Speed-Kameras das bestätigt haben. Österreichs Cheftrainer Mathias Berthold sprach hinterher auch davon, dass Neureuther als Zweiter von Zagreb ebenso eingefädelt hat.

“Das ist total lächerlich. Ich weiß ganz genau, dass ich nicht eingefädelt bin und so war es jetzt auch bei Marcel”, sagte Neureuther. “Von außen sieht es so aus, aber wenn man genauer hinschaut, ist die ganz Diskussion überflüssig.” Hirscher war am Sonntag in Kitzbühel im ersten Durchgang von der Jury um Renndirektor Günter Hujara zunächst aus der Wertung genommen worden, weil er am ersten Tor eingefädelt haben soll. Doch nach wenigen Minuten wurde die Entscheidung wieder zurückgenommen. Der 22-Jährige hatte mit der Skispitze die Stange zunächst innen überfahren, bevor sein Schuh außen an ihr vorbeiflutschte. Laut Reglement ist das korrekt – der Schuh ist entscheidend.

Doch im zweiten Durchgang war der Fall klarer, er beging einen weiteren Torfehler und wurde trotz Rang drei im Ziel am Ende disqualifiziert. “Es war schwer die Schlagzeilen auszublenden”, sagte Hirscher hinterher, “irgendwann denkst du selbst, du musst jetzt aber aufpassen.”

Sportdirektor Maier findet Debatte absurd

Das Tempo ist mittlerweile auch im Slalom so hoch, dass das menschliche Auge diese Feinheiten nicht mehr auf Anhieb erkennen kann. Die Diskussionen werden weiter gehen. Deshalb fordern sowohl Neureuther als auch Hirscher vom Ski-Weltverband transparentere Regeln. “Die FIS muss klare Strukturen schaffen”, sagt Neureuther. Allein schon aus Gründen der Fairness und Sportlichkeit, wie Hirscher findet. Auf einem Plakat im Zielraum wurde er schon als Betrüger hingestellt.

Die ganze Debatte um die Torfehler in Zagreb hält der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV), Wolfgang Maier, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd allerdings für “völligen Blödsinn”. Bis eine Viertelstunde nach Rennende kann jede Nation gegen das Resultat Protest einlegen. Tut das niemand, ist das Ergebnis offiziell. “Für mich”, sagt Maier, “ist das Thema damit beendet.”

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