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DSV-Chef droht Garmisch-Partenkirchen mit Weltcup-Entzug

© dapd

26.01.2012

Zukunft DSV-Chef droht Garmisch-Partenkirchen mit Weltcup-Entzug

Verband über die Trainingsstätten verärgert – Suche nach Alternativen hat schon begonnen.

München – Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), hat seine Geduld endgültig verloren und stellt Garmisch-Partenkirchen vor dem Ski-Weltcup am Wochenende ein Ultimatum. “Wenn wir nicht bis Juni Klarheit darüber haben, wie es hier weitergeht, findet im nächsten Jahr kein Rennen mehr in Garmisch-Partenkirchen statt”, sagt Hörmann gegenüber der Nachrichtenagentur dapd.

Im Juni wird nämlich beim Kongress des Ski-Weltverbandes FIS im südkoreanischen Peongchang über den endgültigen Weltcupkalender 2012/2013 entschieden. Noch ist die Marktgemeinde bis 2016 mit vier Rennen fester Bestandteil. “Aber das ist eine vorläufige Liste und kann noch verändert werden”, sagt Hörmann. Es klingt wie eine Drohung. Der DSV könnte beispielsweise in Abstimmung mit der FIS innerhalb Bayerns den Austragungsort tauschen. Der Unmut des DSV-Chefs zielt vor allem auf die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG (BZB) ab. Hörmann sagt, dass die BZB den Ski-Weltcup im Werdenfelser Land als “überflüssiges Übel” sehe und nicht als Gewinn.

Er und auch DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier können überhaupt nicht verstehen, warum die vorhandene Vereinbarung zwischen DSV und der Marktgemeinde, die Mehrheitseigentümer der BZB ist, zur Sicherstellung von Trainingsstätten nicht eingehalten wird. “Wir hatten in dieser Saison noch keinen einzigen Trainingslauf auf der Kandahar abhalten können”, sagt Maier gegenüber dapd.

Der DSV hat Garmisch-Partenkirchen aus strategischen Gründen als Zentrum für den alpinen Wintersport gewählt. Die Kandahar lässt als einziger Standort in Deutschland Rennen und Trainingsläufe in der Abfahrt und im Super G zu und ist deshalb für die Nachwuchsläufer und Profis von großer Bedeutung. “Hier herrschen seit der WM ideale Bedingungen”, sagt Maier. Eigentlich.

Die Begründung der BZB, dass sie aufgrund der milden Temperaturen die Pisten nicht wie vereinbart präparieren konnten, lassen Hörmann und Maier nur zum Teil gelten. “Wir hatten inzwischen am Oberjoch im Allgäu schon super Trainingstage”, sagt Hörmann. Matthias Stauch, Kaufmännischer Vorstand der BZB, betont im Gespräch mit dapd allerdings, dass sie sich an die bestehenden Gesetzen in Bayern zur Beschneiung halten müssen. “Und deshalb ist doch klar, dass wir den Touristen während der Weihnachtsfeiertage den Vortritt vor den Rennläufern lassen müssen.”

Zum Weltcup und Bundesstützpunkt bekennt er sich – allerdings nicht uneingeschränkt. Die Rennen auf der Kandahar-Abfahrt seien ein wichtiger Werbeträger, sagt Stauch, “aber der DSV muss sich zumindest an den Kosten von rund 30.000 Euro für die Bereitstellung von Liftkarten für die Helfer beteiligen, denn die Beschneiung für die Rennen stellen wir ja nicht in Rechnung.”

Der DSV arbeitet im Hintergrund bereits an Möglichkeiten, um künftig auch an anderen Standorten über weltcuptaugliche Abfahrt- und Super-G-Pisten zu verfügen. “Wir denken darüber nach, neue zu bauen”, sagt Wolgang Maier. Auch Alfons Hörmann spricht von mehren Alternativen im Chiemgau und im Allgäu. Die Zukunft von Garmisch-Partenkirchen im Weltcup-Kalender ist ungewisser denn je.

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