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Die neue Zuversicht der deutschen Abfahrern

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20.01.2012

Weltcup Die neue Zuversicht der deutschen Abfahrern

Vor dem Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel geben sich Stephan Keppler und seine Kollegen angriffslustig.

Kitzbühel – Für Stephan Keppler wird das allmählich eine teure Angelegenheit. Immer dann, wenn einer seiner Kollegen aus der Ski-Nationalmannschaft erfolgreich fährt, schreibt er ihm eine Glückwunsch-SMS. Das hat sich unter den deutschen Ski-Rennläufern so eingespielt. “Zuletzt musste ich bei Felix und Fritz sehr viel schreiben. Das sind immense Kosten für mich”, sagt Keppler vor der Weltcup-Abfahrt am Samstag in Kitzbühel mit einem Augenzwinkern.

Die Chancen, dass er selbst nach dem Rennen auf der legendären Streif eine Nachricht seiner Kollegen Felix Neureuther und Fritz Dopfer empfängt, sind nicht die schlechtesten. Den zweiten und letzten Trainingslauf am Mittwoch schloss er auf dem achten Platz ab. “Einen Top-Rang will ich schon erreichen”, sagt Keppler.

Neue Zuversicht geben ihm die Ergebnisse aus den vergangenen Rennen. Herausragend war dabei sein sechster Platz beim Super G in Gröden. Und Keppler wäre nicht Keppler, wenn er nicht auch noch einen flotten Spruch parat hätte. “Ich habe den Eindruck, dass die Streif in den vergangen Jahren leichter geworden ist.”

Männer-Bundestrainer Karl-Heinz Waibel wird das gerne hören. Er spricht beim Stichwort Streif gerne von der “Entmystifizierung des Hahnenkamm-Rennens”. Es gebe auch andere schwierige Abfahrten im Weltcup, sagt Waibel. Der Sportwissenschaftler will damit die Schwierigkeit des Hanges und die anspruchsvollen Sprünge wie bei der Mausefalle oder der Hausbergkante gar nicht infrage stellen. Seine Analyse fußt darauf, dass es in Kitzbühel nicht nur eine Linie gibt, sondern mehrere Möglichen, seine Schwünge zu setzen.

Einen ziemlich mutige Linie hatte dabei Josef Ferstl vom SC Hammer im Training gefunden. “Der Peppi hat sich nicht beirren lassen und sie durchgezogen”, sagt Waibel anerkennend. Der “Peppi” ist der Sohn von Sepp Ferstl. Ferstl war neben Ludwig Leitner der einzige deutsche Skifahrer, der auf der Streif gewinnen konnte. Sein Sohn wird sich jetzt am Samstag erstmals im Rennen den Hang hinabstürzen. “Ich freue mich darauf”, sagt der 23 Jahre alte Ferstl. Ob er denn Tipps vom Vater erhalten habe? “Ja, aber die bleiben geheim.”

Es wird zurzeit viel gelacht beim Deutschen Ski-Verband (DSV). Nicht nur die Techniker wie Neureuther und Dopfer heben die Stimmung nach schwächeren Jahren. “Auch die Abfahrer geben Hoffnung, dass wir bald wieder ein schlagkräftige Mannschaft zusammen haben”, sagt Waibel. Neben Keppler und Ferstl wagt sich auch Andreas Sander auf die Streif. Für ihn ist es bereits das zweite Mal. “Bei mir ist der Spaß zurückgekehrt”, sagt der Fahrer vom SC Ennepetal. Nachdem er zu Saisonbeginn mit zwei Plätzen unter den Top 20 überrascht hatte, war es zuletzt etwas ruhiger um ihn geworden.

Positiv auffallen will weiter Stephan Keppler. “Didier Cuche hat auch erst jenseits der 30 seine größten Erfolge gefeiert”, sagt der Münchner. Seine beste Platzierung im Weltcup ist ein zweiter Rang. Irgendwann will er auch mal ganz oben stehen. Und Keppler hätte nichts dagegen, wenn das in Kitzbühel der Fall wäre. Die SMS würden nicht lange auf sich warten lassen.

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