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Julia Timoschenko

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27.04.2012

Charité-Gutachten Timoschenko fürchtet ukrainische Ärzte

Ärzte bestätigten einen Bandscheibenvorfall der Inhaftierten.

Berlin – Charité-Chef Karl Max Einhäupl hat am Freitag ein Gutachten vorgestellt, was die Angst der schwer kranken Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko vor ukrainischen Ärzten belegt. „Frau Timoschenko äußerte die Sorge, man könne ihr durch Injektionen Schaden zufügen, weshalb sie sich weder Blut abnehmen lasse noch für jegliche invasive Maßnahmen ihre Zustimmung gebe“, heißt es im Gutachten.

Die Ärzte bestätigten einen Bandscheibenvorfall der Inhaftierten und mahnten die verzögerte Behandlung Timoschenkos an. Einhäupl betonte jedoch, man fühle sich der Ex-Regierungschefin verpflichtet und setze sich daher für eine Behandlung in der Berliner Charité ein. Dafür müsste die Ukraine allerdings zeitweise den Strafvollzug aussetzten. Damit dies möglich wird, müssten in dem Land zunächst die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Ob dies geschieht, ist jedoch noch nicht abzusehen.

Eine Behandlung vor Ort werde parallel dazu intensiv geprüft. Nach dem letzten Besuch der Ärzte in der Ukraine seien die technischen Voraussetzungen zwar vorhanden. Jedoch mache nicht allein die Ausstattung eine Therapie erfolgreich, erklärte Einhäupl.

Timoschenko gilt als Opfer von politischer Rachejustiz im Auftrag des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Sie hatte 2004 die gegen Janukowitsch gerichtete orangene Revolution angeführt. Nach Angaben ihres Anwalts befindet sich die Politikerin seit 20. April im Hungerstreik.

Indessen erhöht die Bundesregierung den Druck auf die Ukraine. Bundespräsident Joachim Gauck hat eine Reise in das Land abgesagt und erhielt für seinen Vorstoß parteiübergreifendes Lob. Zudem lassen verschiedene deutsche Politiker einen Besuch der Fußball-Europameisterschaft in gut sechs Wochen offen. So würden die rechtsstaatlichen Entwicklungen in der Ukraine laut Merkels Sprecher in ihre Überlegungen „mit einfließen“.

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