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Parallelslalom: Abstieg vom Olymp

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17.01.2012

Rogge Parallelslalom: Abstieg vom Olymp

Rogge schaut bei neuem Wettbewerb zu – Das “böse Wort” fällt diesmal nicht.

Innsbruck – Das böse Wort kommt ihr diesmal nicht über die Lippen. Christina Ager strahlt mit der Sonne um die Wette, als sie beim Parallelslalom des alpinen Mixed-Wettbewerb am Patscherkofel den Triumph für Gastgeber Österreich perfekt gemacht hat. Sie hat bei den 1. Olympischen Winterjugendspielen der Geschichte Berühmtheit erlangt, als sie bei der Eröffnungsfeier beim Sprechen des Olympischen Eides stecken blieb und vor den Augen und Ohren der Welt ein deftiges “Scheiße” ins Mikrofon sprach.

Eine Wolke aus feinem Schneestaub von Agers Bremsmanöver im Zielraum zieht bis auf die Ehrentribüne, wo Jacques Rogge mit dunkler Sonnenbrille gemeinsam mit seiner Ehefrau sitzt. Der IOC-Präsident hat sichtlich Spaß an einem der 14 neuen Wettbewerbe bei den Jugendspielen, die auf ihre Tauglichkeit für die Aufnahme ins Programm der “großen” Olympischen Spiele getestet werden. Und die jungen Sportler haben Spaß daran, dass sich der höchste Olympier zu ihnen gesellt.

“Es ist cool, dass er hier ist. So sieht er gar nicht so mächtig aus, eher wie ein ganz normaler Mensch”, erzählt Lucas Krahnert. Der 16-Jährige ist mit dem deutschen Team schon im Viertelfinale ausgeschieden, aber richtig sauer kann er darüber nicht sein. “Das ist eine richtig coole Veranstaltung hier”, sagt der Mindelheimer. Damit meint er nicht nur die heiße Musik, die aus den Lautsprechern wummert, sondern vor allem das interessante Format des Nationenwettbewerbs.

Im Parallelslalom fahren sehr zuschauerfreundlich je zwei Männer und Frauen gegeneinander. Das Ganze geht im K.o.-System über die Bühne und Österreich gewinnt am Ende das Finale mit einem 3:1 gegen Norwegen. “Das ist der spannendste Wettbewerb im Alpinen überhaupt. Man sieht den anderen Fahrer da drüben und kann sich richtig pushen. Und es wird um Haaresbreite entschieden”, erzählt Krahnert. Besonders schön findet der Individualsportler, dass er hier im Team antreten kann: “Das fühlt sich hier fast wie richtige Olympische Spiele an.”

Es wird wahrscheinlich auch nicht mehr lange dauern, bis dieser alpine Mixed-Wettbewerb olympisch wird. Für Sotschi 2014 hat es noch nicht gereicht. “Aber es gibt gewisse Zusicherungen, dass er 2018 dabei sein wird”, sagt IOC-Mitglied Gianfranco Kasper der Nachrichtenagentur dapd. Der einflussreiche Präsident des Internationalen Skiverbandes FIS sitzt auch auf der Tribüne, zwischen Rogge und dem IOC-Vizepräsidenten Thomas Bach. Mehr olympische Prominenz geht fast nicht.

Niemand will fehlen, wenn Richtungsentscheidungen für das künftige olympische Programm getroffen werden. “Es gibt eine große Zukunft für die Mixed-Disziplinen. 2014 in Sotschi ist ja Biathlon schon dabei”, sagt Rogge später im Restaurant. Man müsse das Olympia-Programm modernisieren und auch mit den Trends gehen. “Die Kids wollen es”, sagt Rogge: “und wir haben ihnen zu folgen.” Selbst, wenn die ab und zu einmal ein böses Wort fallen lassen…

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