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30.08.2015

Wilhelmshaven Kapazität des Jade-Weser-Ports soll verdoppelt werden

„Die Auslastung wird von ganz alleine kommen.“

Wilhelmshaven – Drei Jahre nach der Eröffnung des umstrittenen Jade-Weser-Ports denkt die Politik schon an eine Erweiterung, und das obwohl der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven bislang noch überhaupt nicht ausgelastet ist.

„Die Auslastung wird von ganz alleine kommen. Ich rechne fest damit, dass in den nächsten fünf Jahren die Zwei-Millionen-Grenze bei den Containern überschritten wird“, sagte der Oberbürgermeister Wilhelmshavens, Andreas Wagner, der „Welt am Sonntag“. Der CDU-Politiker fordert, die Kapazitäten auf einen Umschlag von mehr als fünf Millionen Containern im Jahr zu verdoppeln.

Der oft als „Geisterhafen“ titulierte einzige deutsche Tiefwasserhafen ist offenbar immer besser ausgelastet. Statt der erwarteten 65 Schiffe sind bis Mitte August 242 Containerfrachter in Wilhelmshaven be- und entladen worden. Waren es im ersten Halbjahr 2014 noch knapp 40.000 Container, so sind von Januar bis Juni 2015 schon knapp 200.000 im Hafen bewegt worden. Die Kapazität liegt allerdings bei rund 2,5 Millionen Containern pro Jahr.

„Deutschland muss Hafenkapazitäten für Großschiffe haben. Die nächste Ausbaustufe des Hafens halte ich für dringend notwendig“, sagte Wagner der Zeitung. Das Land dürfe sich nicht von der Entwicklung hin zu immer größeren Schiffen mit Platz für 20.000 Containern abkoppeln. Nach heutigem Stand könne nur Wilhelmshaven diese Frachter mit einem Tiefgang von 16 Metern und mehr problemlos abfertigen.

„Wir sind schon spät dran“, beklagte sich Wagner. Es werde rund zehn Jahre Zeit brauchen, bis über das Planfeststellungsverfahren und den Bau die dann rund vier Kilometer lange Kaimauer in Wilhelmshaven fertig sein könne. Als Zeithorizont für die Fertigstellung nannte Wagner die Jahre 2022 bis 2025. Das Land Niedersachsen will bis Ende 2015 eine Machbarkeitsstudie vorlegen.

Den ersten Hafen haben Niedersachsen und Bremen zusammen mit dem Hafenbetreiber Eurogate finanziert. Rund zwei Drittel der Baukosten von einer Milliarde Euro entfielen auf die beiden Länder. Für den nächsten Schritt kann sich Oberbürgermeister Wagner auch private Geldgeber vorstellen – zum Beispiel aus China oder den Ölländern Arabiens.

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