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Einkaufsregal in einem Supermarkt

© dts Nachrichtenagentur

15.07.2012

Lebensmitteltäuschungen Verbraucher nutzen Beschwerde-Portal häufig

Seite wird rund 300.000-mal im Monat besucht.

Berlin – Das Internetportal „Lebensmittelklarheit“ hat sich ein Jahr nach dem Start als Erfolg erwiesen. Nach Informationen des Hamburger Nachrichten-Magazins „Der Spiegel“ wird das Portal deutlich häufiger genutzt, als die Betreiber erwartet haben. Danach wird die Seite rund 300.000-mal im Monat besucht, jede Woche kommen 70 bis 100 neue Anfragen.

Auf der Internetseite können Verbraucher sich über Produkte beschweren, deren Verpackung irreführend ist. Für Empörung sorgt etwa, wenn auf den Verpackungen Zutaten gezeigt werden, die im Produkt kaum oder gar nicht vorkommen. Wenn Regionalität oder bestimmte Tierhaltungsformen vorgetäuscht werden oder wenn sich Zusatzstoffe in den Lebensmitteln finden, obwohl sie „ohne Geschmacksverstärker“ oder „ohne Konservierungsstoffe“ beworben werden.

Tatsächlich fühlen sich nach einer Studie der Universität Göttingen bis zu 70 Prozent aller Verbraucher von der Industrie chronisch getäuscht. „Die Empörung über die Verpackung von Lebensmitteln ist kein Randphänomen, es regen sich nicht nur die ewigen Nörgler darüber auf“, sagte Anke Zühlsdorf, Autorin der Studie, dem „Spiegel“. „Irre – führende Aufmachung nehmen alle Verbraucher als Ärgernis wahr, unabhängig von Alter, Bildung und Geschlecht.“

Angesichts des überraschenden Erfolgs des Portals fordert die Verbraucherorganisation Foodwatch politische Konsequenzen: „Ministerin Ilse Aigner muss die Erfahrungen des Portals in konkrete Politik ummünzen“, sagte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode dem „Spiegel“ und fordert unter anderem realistische Produktabbildungen, verständliche Kennzeichnung und ein Verbot von Gesundheitsversprechen.

Das Portal wird federführend von der hessischen Verbraucherzentrale betrieben, finanziert wird es vom Bundesverbraucherschutzministerium – zum Ärger der Lebensmittelindustrie. „Wir finden es grundsätzlich falsch, dass mit staatlichen Geldern Produkte attackiert werden, obwohl sie geltenden Vorschriften entsprechen“, sagt Marcus Girnau vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) dem „Spiegel“.

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