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06.09.2013

Studie USA bleiben mit Abstand stärkste Wirtschaftsnation

Welt-BIP-Anteil von 27 Prozent.

Washington – Die Vereinigten Staaten bleiben auf Sicht der nächsten zwanzig Jahre die unangefochtene Wirtschafts-Supermacht. Das geht aus Berechnungen des Forschungsinstituts Prognos für die „Welt“ hervor.

Den Modellrechnungen zufolge, die auf den Prognosen für insgesamt 42 Länder basieren, wird der Anteil der USA am weltweiten Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwar leicht schrumpfen. Mit einer realen Wirtschaftsleistung von gut 19 Billionen Euro und einem Anteil am Welt-BIP von 27 Prozent bleiben sie aber die größte Wirtschaftsmacht – und zwar mit deutlichem Abstand vor der jetzigen und künftigen Nummer zwei, China. Das Reich der Mitte wird den Berechnungen zufolge im Jahr 2035 gut elf Billionen Euro erwirtschaften. Im Modell entspricht das einem Anteil am Welt-BIP von 16 Prozent.

Zum Vergleich: Momentan erbringen die USA eine jährliche Wirtschaftsleistung von knapp elf Billionen, China gerade einmal 3,7 Billionen Euro. „China holt rasant auf, aber das wird längst nicht reichen, um die USA bis zum Jahr 2035 vom Thron zu stoßen“, sagt Michael Böhmer, Chefökonom von Prognos.

Auch Deutschland wird als Exportnation weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Allerdings muss sich die Bundesrepublik auf einen schleichenden Bedeutungsverlust einstellen. In der Modellrechnung wird der Anteil am Welt-BIP von derzeit über sechs bis 2035 auf etwa 4,6 Prozent sinken. Indien, das derzeit noch deutlich zurück liegt, dürfte die Bundesrepublik bis dahin als viertgrößte Wirtschaftsmacht überholt haben.

Allerdings: Weder bei China und Indien, noch bei den beiden anderen großen Schwellenländern Brasilien und Russland wird das Wachstum ausreichen, um den Vorsprung der Industrienationen beim Pro-Kopf-Einkommen aufzuholen. Laut Prognos wird China 2035 ein Pro-Kopf-Einkommen von 8200 Euro ausweisen – gerade einmal ein Sechstel dessen, was dann jeder Amerikaner im Durchschnitt erwirtschaften wird.

Für Deutschland, das den Prognosen zufolge wegen des demografischen Wandels bis 2035 rund vier Millionen weniger Einwohner haben wird, sagen die Ökonomen ein Pro-Kopf-Einkommen von 40.300 Euro voraus. Sogar die Euro-Krisen-Länder Portugal und Griechenland werden 2035 immer noch auf ein Pro-Kopf-Einkommen von gut 19.000 Euro kommen und damit deutlich mehr, als selbst die großen Schwellenländer bis dahin erreichen werden.

Allerdings schmilzt dieser Vorsprung zusehends. „Einige südeuropäische Länder wie Griechenland oder Portugal werden zunehmend in Richtung der Schwellenländer abgleiten“, sagt Prognos-Chefökonom Böhmer.

In ihrem Modell haben die Ökonomen die Wirtschaftsleistung von 42 Ländern analysiert. Das entspricht gut 94 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Wichtige Parameter, die in die Prognose mit einfließen sind neben der demographischen Entwicklung unter anderem die Konsolidierungsziele der einzelnen Länder sowie Prognosen zum Ölpreis, zur Inflation und zum Welthandel.

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