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12.11.2014

Stilllegung von Atomkraftwerken IEA warnt vor immensen Kosten

„Eine solche Ballung haben wir noch nie erlebt.“

Paris – Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor den immensen Kosten der Stilllegung von Atomkraftwerken. „Fast 200 Reaktoren werden bis 2040 stillgelegt“, sagt die Pariser Organisation in ihrem neuen World Energy Outlook voraus, der am Mittwoch in London vorgestellt wird und aus der die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwochsausgabe) zitiert. Derzeit laufen weltweit 434 Anlagen.

Die Kosten des Rückbaus beziffert die Organisation in diesem Zeitraum weltweit auf „mehr als 100 Milliarden Dollar“. Wegen der geringen Erfahrung bei der Dekontaminierung solcher Anlagen blieben jedoch große Unsicherheiten bei den Kosten, urteilt die IEA. Das gelte auch für die Frage, wie alte AKW-Flächen neu genutzt werden könnten. Die Rückbauwelle, die vor allem Europa, die USA, Russland und Japan betrifft, könnte demnach noch deutlich teurer ausfallen.

Binnen zweieinhalb Jahrzehnten vollzieht sich damit das bislang größte Kraftwerkssterben in der Geschichte der Atomenergie. „Viele Kernkraftwerke erreichen das Ende ihrer genehmigten Laufzeit, andere werden aus politischen Gründen stillgelegt“, sagte Fatih Birol, Chefökonom der IEA. „Eine solche Ballung haben wir noch nie erlebt“. Die IEA erwartet deshalb ernste Probleme.

„Nur sehr wenige Länder können dieser Aufgabe gerecht werden“, warnte Birol. Denn der Abriss gilt als technisch äußerst anspruchsvolles Projekt und kann je nach Anlage 15 bis 20 Jahre dauern. „Regierungen und Versorger müssten schon jetzt Mittel beiseite legen, um diese Zukunftsausgaben tragen zu können“, verlangt die Studie.

Trotz aller Risiken der Atomkraft erwartet die Organisation einen Anstieg der Stromproduktion aus Kernkraftwerken um 60 Prozent. Aus den derzeit installierten 392 Gigawatt Kraftwerksleistung sollen bis 2040 rund 620 Gigawatt werden. Vor allem in China, Russland, Korea und Indien werde die Atomkraft in Zukunft eine große Rolle spielen, sagt die Studie voraus.

Ein bislang völlig ungelöstes Problem wird damit noch verschärft. Kein einziges Land verfüge über ein permanentes Endlager für Atommüll, klagt IEA-Experte Birol. Das Volumen abgebrannter Brennelemente wird sich der Studie zufolge bis 2040 dennoch auf 700.000 Tonnen verdoppeln.

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