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24.08.2010

Nobelpreisträger Phelps kritisiert Obamas Wirtschaftspolitik scharf

Washington – Der Nobelpreisträger Edmund Phelps übt harte Kritik an der Wirtschaftspolitik von US-Präsident Barack Obama. „Was die Regierung da macht, ist die Folge einer falschen Diagnose“, sagte er im Interview der „Frankfurter Rundschau“ mit Blick auf das 787 Milliarden Dollar schwere Konjunkturprogramm.

Das Weiße Haus sei indirekt mitverantwortlich für die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit. „Die Unternehmen wissen nicht, woran sie sind, welche Steuern steigen und welche nicht.“ Die Folgen der Gesundheitsreform etwa seien immer noch nicht klar. „Die Ausweitung der Krankenversicherung kostet Geld. So lange die Unternehmen nicht wissen, wie teuer das für sie wird, zögern sie bei Neueinstellungen“, meinte der US-Ökonom. Die Verunsicherung in den Chefetagen sei so groß, dass die Konzerne lieber Bargeld horteten statt zu investieren. Das habe mit der Sorge vor einer schnellen Rückkehr der Rezession zu tun, liege aber auch an der Obama-Regierung.

Das Konjunkturprogramm der Obama-Regierung hält Phelps für den falschen Ansatz. Allein die geringe Nachfrage werde als das Problem angesehen. „Konjunkturhilfen wirken in einem solchen Fall aber nur, wenn die Wirtschaften ansonsten intakt ist. Und das ist nicht der Fall“, sagte er der Zeitung. Die US-Ökonomie stecke in einer strukturellen Krise, die kein Milliardenpaket lösen könne. „Der US-Wirtschaft fehlt, was sie stets stark gemacht hat: Innovationskraft.“ Neuerungen zögen Investitionen nach sich. Investitionen mündeten in Jobs.

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