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Mobiliar zum Spottpreis verscherbelt

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25.03.2012

Rudolph Moshammer Mobiliar zum Spottpreis verscherbelt

Nur zwei Bieter bei Versteigerung des Inventars der Hundskugel.

München – „Mosis“ Mythos ist sieben Jahre nach seinem gewaltsamen Tod völlig verblasst: Das Interieur einstiger Privaträume des Modezars Rudolph Moshammer und seiner Münchner Gaststätte „Hundskugel“ ist am Samstag zum Spottpreis versteigert worden. Die Auktion brachte mit gerade einmal 550 Euro nur einen Bruchteil des Schätzpreises ein. Für einen Teil der Objekte fand sich überhaupt kein Käufer. „Es waren viele Interessenten bei der Besichtigung der Räumlichkeiten, daher hatten wir uns mehr erhofft“, sagte Ina Schöpflin vom Auktionshaus Hampel.

Die „Hundskugel“, die Moshammer in den 1980er Jahren gekauft hatte, galt als älteste Gaststätte Münchens. Im Obergeschoss hatte sich der exzentrische Modemacher eine Wohnung eingerichtet. Auch nach der Ermordung Moshammers im Jahr 2005 führte die Pächterin das Wirtshaus weiter, zeitweise arbeitete dort auch der frühere Chauffeur des Modezars, Andreas Kaplan. Im vergangenen Jahr aber entschloss sich die Pächterin, die „Hundskugel“ zu schließen.

Die Vorbesichtigung des zur Versteigerung angebotenen Inventars hatte vor einer Woche viele Neugierige angelockt. Der Schätzpreis für die sieben Posten lag bei insgesamt 6.200 bis 10.100 Euro. Bei der eigentlichen Versteigerung aber war das Interesse denkbar gering: Nur zwei Bieter beteiligten sich an der Auktion.

„Rokoko-Stube“ für 150 Euro

Viermal bekam Diplomkaufmann Robert Stich gleich bei seinem Startgebot von jeweils 100 Euro den Zuschlag: Er ersteigerte die zehn Bleiglasfenster, einen Dielenschrank aus dem 18. oder 19. Jahrhundert, die mit Schnitzereien verzierte Deckenvertäfelung sowie die komplette „Stube mit Kamin“ für insgesamt nur 400 Euro.

„Das war abartig niedrig“, sagte der 66-Jährige. Er habe mit einem größeren Andrang von Fans gerechnet. Auch seine Lebensgefährtin Karin Wurster gab sich überrascht: „Moshammer war ein Paradiesvogel. Es ist schade, dass sein Nachlass so wenig Aufmerksamkeit erhält.“ Allein für die „Stube mit Kamin“ hatte das Auktionshaus eigentlich einen Schätzpreis von 1.000 bis 2.000 Euro angegeben.

Moshammers Wohnstube im Rokoko-Stil – komplett mit Wandvertäfelungen, Heizungsfronten, Schränken und Vorhängen – war bei 1.500 bis 2.500 Euro angesetzt worden, ging dann aber für gerade einmal 150 Euro an einen anonymen Telefonbieter – ebenfalls ohne Gegengebot. Die Wirtsstube samt Zapfstelle, Holzbänken, Vorhängen und Geweihen an der Wand sowie die Moshammer-Bar fanden gar keinen Abnehmer.

Erlös kommt Stiftung zugute

„Die Sachen müssen ausgebaut, die Vertäfelung an der Wand abgeschlagen werden. Das ist mit viel Aufwand verbunden“, gab Schöpflin als möglichen Grund für das geringe Interesse an. Das Auktionshaus hofft auf den Nachverkauf: „Vielleicht findet sich kommende Woche noch ein Käufer“, sagte sie. Der Erlös aus dem Verkauf geht an die Stiftung Sternenstaub, die sich um alte, vereinsamte Menschen kümmert. Die Stiftung hatte die einstige Traditionsgaststätte erworben und will darin eine Begegnungsstätte einrichten.

Moshammer war im Januar 2005 in seinem Grünwalder Haus umgebracht worden. Ein Partner hatte ihn im Streit über sexuelle Dienste erdrosselt. Die Artikel aus Moshammers Boutique in der Maximilianstraße waren bereits wenige Wochen nach seinem Tod über das Internetauktionshaus Ebay versteigert worden. Einige Monate später fanden wiederum via Ebay Mosis drei Rolls-Royce-Limousinen für insgesamt 121.650 Euro neue Besitzer – der Erlös kam dem Verein „Rudolph Moshammer – Licht für Obdachlose“ zugute. Die Juwelen des Modemachers wurden schließlich für 284.000 Euro vom Auktionshaus Sotheby’s in Amsterdam versteigert.

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