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Moshammers Privatbar wird versteigert

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16.03.2012

Hundskugel Moshammers Privatbar wird versteigert

Das Interieur der Traditionsgaststätte Hundskugel kommt für guten Zweck unter den Hammer.

München – Sein Vorliebe für Extravaganz ist auch in der Einrichtung seiner Räume unverkennbar. Schwere geraffte Vorhänge zieren die in weiß gehaltene „Rokoko-Stube“ des 2005 verstorbenen Münchner Modezars Rudolph Moshammer, eine Geheimtür im massiven Holzregal führt ins glamouröse Marmor-Badezimmer. Moshammer richtete sich im Herzen von München ein eigenwilliges Refugium ein: Privaträume im ersten Stock seiner berühmten Traditionsgaststätte Hundskugel.

Gut sieben Jahre nach dem Mord an dem Modeschöpfer kommt am 23. und 24. März die Einrichtung eines der ältesten Häuser Münchens unter den Hammer, und mit ihm persönliches Mobiliar aus den Räumen des Modeschöpfers im ersten Stock des Gebäudes. „Seine private Bar kann man ersteigern“, ebenso die komplette „Rokoko-Stube“, zählt Ina Schöpflin vom Auktionshaus Hampel auf.

Zur Besichtigung des schon im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnten Wirtshauses am Samstag und Sonntag (17./18. März) rechnet sie mit einem Ansturm von Schaulustigen. Laut Katalog scheinen einige Objekte auch für den Mosi-Fan mit Durchschnitts-Geldbeutel erschwinglich zu sein.

2.500 Euro für die Wirtsstube

So ist die Wirtsstube samt Zapfstelle, Holzbänken, Vorhängen und Geweihen an der Wand schon für Schätzpreise von 1.500 bis 2.500 Euro zu haben. „Das kann alles ausgebaut werden“, betonte Schöpflin. Für Mosis Bar sind demnach rund 1.000 Euro hinzublättern und die „Stube mit Kamin“ gibt es schon für einen Schätzpreis bis zu 2.000 Euro. Die Objekte seien „preislich sehr, sehr attraktiv angesetzt“, versichert Schöpflin. Allerdings rechnet sie „definitiv“ mit weit höheren Geboten. Das Interesse sei schon jetzt ziemlich groß.

Der Zweck der Auktion trifft den Geist Modeschöpfers, der sich zeitlebens sozial engagiert hatte. Das Geld aus der Versteigerung kommt der Stiftung Sternenstaub für das Projekt „Jung und Alt“ zugute, das sich um alte, vereinsamte Menschen kümmert. Die Stiftung ist Besitzerin der Hundskugel.

Die Pächterin der Hundskugel hatte das Wirtshaus auch nach Moshammers Tod noch weitergeführt, zeitweise arbeitete dort auch der frühere Chauffeur des Modemachers, Andreas Kaplan, als Kellner. Im vergangenen Jahr aber entschloss sich die Pächterin, die Hundskugel zu schließen.

„Das ist traurig“

Die Artikel aus Moshammers Boutique in der Maximilianstraße waren bereits wenige Wochen nach dem Tod des Modemachers über das Internetauktionshaus Ebay versteigert worden. Einige Monate später fanden wiederum via Ebay Mosis drei Rolls-Royce-Limousinen für insgesamt 121.650 Euro neue Besitzer – der Erlös kam dem Verein „Rudolph Moshammer – Licht für Obdachlose“ zugute. Die Juwelen des Modemachers wurden schließlich für 284.000 Euro vom Auktionshaus Sotheby’s in Amsterdam versteigert.

Christian Biesecke, einst Vorsitzender des mittlerweile aufgelösten Berliner Moshammer-Fanclubs, zeigt sich schockiert darüber, dass nun auch noch das Interieur der Hundskugel unter den Hammer kommt. „Das ist traurig“, wiederholt er am Telefon immer wieder. Den Fanclub gebe es zwar schon länger nicht mehr, er selbst trage aber Moshammer noch immer in seinem Herzen und habe im Büro Fotos des getöteten Modezaren und seiner Yorkshire-Hündin Daisy stehen.

Oft war Biesecke in München und kehrte dort natürlich auch in der Gaststätte seines Idols ein. Die Hundskugel nicht mehr besuchen zu können, kann er sich noch gar nicht vorstellen. „Das war ja ein Markenzeichen.“ In der Tat: Mit dem Umbau verschwindet nach „Mosis“ Modegeschäft in der Maximilianstraße auch noch die letzte Stätte in München, die Moshammers Handschrift trug.

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