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Mindestens neun Tote bei Selbstmordanschlägen

© AP, dapd

30.04.2012

Syrien Mindestens neun Tote bei Selbstmordanschlägen

Staatliche Medien melden fast 100 Verletzte – Zentralbank in Damaskus mit Granaten beschossen.

Damaskus – Bei zwei Selbstmordanschlägen in der Stadt Idlib im Nordwesten Syriens sind laut Berichten der syrischen Staatsmedien am Montag mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Fast 100 weitere seien bei den Explosionen vor einem Militärgelände und einem Hotel verletzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SANA. Unter den Toten seien Angehörige der Sicherheitskräfte und Zivilpersonen. Das in Großbritannien ansässige Syrische Observatorium für Menschenrechte bezifferte die Zahl der Todesopfer auf mehr als 20.

Der staatliche Fernsehsender Al Echbarija TV zeigte Aufnahmen von einem Anschlagsort, an dem zerstörte Fahrzeuge, Trümmer und Blutflecken auf einem Gehweg zu sehen waren. Fünf Gebäude seien bei den Detonationen beschädigt worden, hieß es auf einer regierungstreuen Internetseite.

Nach Angaben eines Aktivisten vor Ort liegen das Militärgelände und das Carlton-Hotel mehrere Hundert Meter voneinander entfernt. Die Explosionen hätten sich kurz nach Morgengrauen innerhalb von fünf Minuten ereignet. In dem Hotel seien auch UN-Beobachter untergebracht gewesen, sagte Ibrahim, der aus Angst vor Repressalien nur seinen ersten Namen angab. Zwei Beobachter hätten den Anschlagsort inspiziert, meldete SANA.

Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen in Idlib. Am Montag übernahm aber die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe stehende Al-Nusra-Front zum Schutz der Levante die Verantwortung für einen Bombenanschlag mit mindestens zehn Toten am vergangenen Freitag in Damaskus. Die Authentizität der im Internet veröffentlichten Stellungnahme konnte nicht zweifelsfrei bestätigt werden.

Ebenfalls am Montag wurde Medienberichten zufolge die Zentralbank in Damaskus mit Granaten angegriffen und dabei leicht beschädigt. Die syrische Regierung machte für den Anschlag in Idlib und den Beschuss in Damaskus „bewaffnete Terroristen“ verantwortlich, ein Begriff der üblicherweise für Gegner von Präsident Baschar Assad verwendet wird.

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