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Deutscher wird neuer Präsident der Vatikanbank

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15.02.2013

Italien Deutscher wird neuer Präsident der Vatikanbank

Bank immer wieder wegen undurchsichtiger Finanzgebaren in der Kritik.

Rom – Der deutsche Finanzexperte Ernst von Freyberg ist der neue Präsident der Vatikanbank. Dies entschied der Aufsichtsrat des Istituto per le Opere di Religione (IOR) am Freitag, wie die Vatikanbank in einer Pressemitteilung bekanntgab. „Der Papst hat sein volles Einverständnis zu dieser Entscheidung gegeben“, bestätigte das Presseamt des Vatikans. Von Freyberg löst damit den deutschen Banker Herrmann Schmitz ab, der das Amt nach der Abwahl des vorigen Präsidenten kommissarisch übernommen hatte. Der frühere Chef der Bank des Heiligen Stuhls, der italienische Banker Ettore Gotti Tedeschi, war im Mai 2012 nach nur drei Jahren im Amt durch ein Misstrauensvotum des Aufsichtsrats seines Amtes enthoben worden.

Der Entscheidung waren wilde Spekulationen über den künftigen Bankenchef vorausgegangen. Neben Von Freyberg kursierten in Rom die Namen des Belgiers Bernard de Corte und des Italieners Andrea Maria Marrocco. Um die Besetzung des einflussreichen Postens habe es eine heftige Diskussion zwischen dem mit Papst Benedikt XVI. scheidenden Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und dem Kardinaldekan Angelo Sodano gegeben, berichteten italienische Medien.

Zuletzt war immer wieder über Machtkämpfe innerhalb der Kurie berichtet worden. Die Kritik an Benedikts Staatssekretär Bertone ist ein offenes Geheimnis. Der Papst selbst hatte bei seiner Aschermittwochsmesse die Spaltungen innerhalb der Kirche, vor allem innerhalb der Kurie scharf kritisiert.

Der gelernte Rechtsanwalt Ernst von Freyberg ist Mitgründer und Topmanager der Corporate-Finanzberatungs-Firma DC Advisory Partners. Als überzeugter Katholik bekleidet der 54-jährige Schwabe außerdem das Ehrenamt des Schatzmeisters der Deutschen Assoziation des Souveränen Malteser Ritterordens.

Sein Vorgänger Gotti Tedeschi war 2010 in Verruf geraten, als die römische Finanzpolizei vorübergehend gegen ihn und den IOR-Generaldirektor Paolo Cipriani unter dem Vorwurf ermittelte, gegen Anti-Geldwäsche-Standards verstoßen zu haben. Die Ermittlungen wurden allerdings eingestellt. Der nun scheidende Papst Benedikt XVI. erließ später ein Maßnahmenpaket gegen Geldwäsche. Die Vatikanbank war in der Vergangenheit immer wieder wegen ihrer undurchsichtigen Finanzen kritisiert und in Zusammenhang mit Geldwäsche, Mafiakontakten und anderen dunklen Machenschaften gebracht worden.

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