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Heimatstützpunkt von Soldat bekannt für Probleme

© AP, dapd

12.03.2012

Amoklauf Heimatstützpunkt von Soldat bekannt für Probleme

Vier Soldaten von dort wegen Mordes an Afghanen verurteilt – Einer der größten Stützpunkte der USA.

Washington – Der in Afghanistan der Tötung von 16 Zivilpersonen beschuldigte US-Soldat gehört offenbar zu einer Einheit, deren Heimatstützpunkt vom US-Soldatenmagazin „Stars and Stripes“ als die US-Kaserne mit den meisten Problemen bezeichnet wurde. Rund 100.000 Soldaten und Zivilangestellte nennen die Joint Base Lewis-McChord im US-Staat Washington ihr Zuhause. Damit ist sie einer der größten Militärstützpunkte der USA.

Vier von dort aus nach Afghanistan entsandte Soldaten wurden wegen Mordes verurteilt, weil sie 2010 drei Afghanen erschossen und ihnen Finger abgeschnitten sowie Zähne als Trophäen ausgeschlagen hatten. Ein ehemaliger Soldat aus Lewis-McChord schoss 2010 einen Polizisten im US-Staat Utah an und am 1. Januar tötete ein 24 Jahre alter Veteran des Irakkriegs einen Parkwächter im Mount Rainier Nationalpark, bevor er selbst auf der Flucht in der Kälte umkam. Außerdem nahmen sich eine Reihe von aus dem Krieg nach Lewis-McChord zurückgekehrter Soldaten das Leben.

Eine Sprecherin der Kaserne Lewis-McChord sagte, sie könne sich nicht dazu äußern, ob der nun in Afghanistan laut US-Angaben festgenommene Soldat in dem Stützpunkt bei Seattle stationiert gewesen sei.

Handelte offenbar auf eigene Faust

Wie ein Gewährsmann der Nachrichtenagentur AP mitteilte, war der mutmaßliche Täter als regulärer Soldat auf dem im Süden Afghanistans gelegenen Stützpunkt zur Unterstützung von US-Spezialeinheiten stationiert. Diese bauen dort zur Stabilisierung der Sicherheitslage in den umliegenden Dörfern Bürgerwehren auf. Demnach handelte der Soldat auf eigene Faust, als er seinen Stützpunkt verließ und in zwei Dörfern das Feuer auf Zivilpersonen eröffnete.

Ob der Stabsunteroffizier aber zur dritten Brigade der zweiten Infanteriedivision gehörte, die im Dezember rund 2.500 Soldaten für einen einjährigen Einsatz nach Afghanistan entsandt hatte, blieb zunächst unbestätigt. Die Brigade war seit 2003 bereits dreimal im Irak im Einsatz und nun erstmals in Afghanistan.

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ist der Militärstützpunkt Lewis-McChord schnell gewachsen. Die Verwaltung des Stützpunkts hatte bereits bei vorangegangenen Vorfällen mitgeteilt, jede Gemeinde dieser Größe habe ihre Probleme und das Ansehen des Stützpunkts sei von „einer kleinen Zahl von hervorstechenden aber isolierten Vorfällen“ beschmutzt worden.

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