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09.03.2015

Gutachten Finanztransaktionssteuer brächte bis zu 45 Milliarden Euro

„Sie ist sinnvoll, machbar und überfällig.“

Berlin – Die geplante Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte in elf europäischen Staaten könnte allein Deutschland jährliche Erlöse von bis zu 45 Milliarden Euro einbringen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Montagausgabe). Frankreich käme demnach auf Mehreinnahmen von bis zu 36 Milliarden, Italien immerhin noch auf maximal sechs Milliarden Euro.

„Die Studie zeigt einmal mehr: Wir brauchen eine umfassende Finanztransaktionsteuer“, sagte der SPD-Finanzexperte Carsten Sieling der SZ. „Sie ist sinnvoll, machbar und überfällig.“

In dem Gutachten zeigt das DIW auf, mit welchen Erlösen die elf Staaten je nach Gestaltung der Finanztransaktionsteuer (FTT) in etwa rechnen können. Da ist zunächst das Modell der EU-Kommission, das vorsieht, den Anbieter wie den Erwerber einer Aktie oder Anleihe mit einem Steuersatz von je 0,1 Prozent des Kaufpreises zu belegen.

Bei Termin-, Tausch- und Optionsgeschäften, sogenannten Derivaten, beträgt der Satz 0,01 Prozent. Ausgenommen sind Bankgeschäfte des täglichen Lebens, also etwa Überweisungen vom Girokonto, die Aufnahme von Kredite, die Emission von Aktien sowie Transaktionen zwischen Lebensversicherungen und ihren Kunden.

Geht man davon aus, dass das Handelsvolumen trotz Einführung der Steuer unverändert bleibt, kommt man auf die genannten Maximalerlöse, also im Falle Deutschlands auf knapp 45 Milliarden Euro pro Jahr. Fachleute erwarten allerdings, dass ein Teil des Geschäfts zum Erliegen käme oder in Drittstaaten, etwa nach Großbritannien, verlagert würde.

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