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22.09.2013

Finanzkrise Trichet sieht große Fortschritte in Europa

Allerdings mahnt Trichet weitere Anstrengungen an.

Brüssel – Fünf Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise sieht der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, große Fortschritte in Europa. „Die Wahrscheinlichkeit einer katastrophale Krise in Europa ist heute viel geringer als im Mai 2008, im August 2010 oder Mitte 2012“, sagt Trichet der „Welt am Sonntag“.

„Die Krisenländer haben seitdem ihre Volkswirtschaften in großem Maße ins Gleichgewicht gebracht, und ihre Leistungsbilanzen sehen heute viel besser aus als damals.“ Die Haushalts- und Wirtschaftspolitik auf europäischer Ebene sei erheblich verbessert worden, und die europäischen Regierungen und Parlamente hätten einem Auseinanderbrechen der Eurozone eine Absage erteilt.

Dennoch mahnt Trichet weitere Anstrengungen an: „Jetzt ist nicht die Zeit für Selbstgefälligkeit. Was beschlossen wurde, muss energisch umgesetzt werden, und es muss noch mehr getan werden.“ Die Notenbanken warnte der Franzose davor, sich in ihrer Geldpolitik zu sehr festzulegen. „Es ist gefährlich für eine Zentralbank sich bedingungslos darauf zu verpflichten, die Zinsen für lange Zeit nicht zu verändern. Die Zentralbanken entwaffnen sich damit selbst.“

Gegenwärtig sieht Trichet diese Gefahr aber noch nicht: Die Notenbanken, die stabile Zinsen in Aussicht stellten, würden das von niedrigen Inflationserwartungen abhängig machen. „Das ist unabdingbar.“ Ohnehin bestimmten nicht allein die Notenbanker den Kurs der Weltwirtschaft sondern auch die Politik.

„Politiker sind nicht dumm. Deutsche Politiker haben das bewiesen“, sagte Trichet. „Ihr Land hat die richtigen Reformen über eine längere Zeit durchgeführt. Das, zusammen mit einer dauerhaften Lohnzurückhaltung ist der Grund, warum Deutschland heute so wettbewerbsfähig ist.“

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