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12.04.2015

DIHK Immer mehr Firmen investieren im Ausland

47 Prozent gaben an, in diesem Jahr im Ausland zu investieren.

Berlin – Während die Bundesregierung nach Konzepten gegen die Investitionsschwäche im Inland sucht, investieren immer mehr deutsche Unternehmen im Ausland. Das zeigt eine neue Erhebung des „Deutschen Industrie- und Handelskammertags“ (DIHK), deren Ergebnisse der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (F.A.Z./Montagsausgabe) vorliegen.

Von 2500 befragten Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, darunter Kleinbetriebe ebenso wie Großunternehmen, gaben insgesamt 47 Prozent an, in diesem Jahr im Ausland zu investieren. Dies ist laut DIHK der höchste Wert, der mit den jährlichen Befragungen jemals gemessen wurde.

Wichtigste Zielregionen dieser Investitionen seien die großen EU-Länder, China und Nordamerika. Bedenklich ist nach Einschätzung des DIHK, dass inzwischen wieder ein wachsender Anteil der Unternehmen ihre Auslandsinvestitionen mit zu hohen Produktionskosten im Inland begründe. Insgesamt 23 Prozent der im Ausland investierenden Unternehmen führten Kostengründe für ihre Entscheidung an. Dies sind zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und drei Prozentpunkte mehr als 2013. Unter den mittelständischen Firmen führten sogar 28 Prozent Kostengründe an.

Dies bedeute „Investitionsverzicht und zumindest mittelfristig weniger Beschäftigung an heimischen Standorten“ sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier der F.A.Z. „Die Unternehmen selbst sichern sich damit ihre Handlungsfähigkeit, wenn in Deutschland Energiepreise, Arbeits- und Bürokratiekosten zu hoch sind oder weiter steigen.“

Die überwiegende Zahl der Unternehmen begründet ihre Auslandsinvestitionen allerdings weiterhin mit dem Ziel, in den Märkten besser Fuß zu fassen. 46 Prozent wollen ihren Vertrieb und Kundendienst im Ausland stärken, 31 Prozent mithilfe von Auslandsproduktion Märkte erschließen.

Unter dem Strich werde damit abermals auch der Standort Deutschland von den Auslandsinvestitionen profitieren, erwartet der DIHK. Seinen Hochrechnungen zufolge dürfen dürften damit durch zusätzliche Aufträge aus dem Ausland etwa 40.000 Industriearbeitsplätze im Inland entstehen.

„Der Investitionsimpuls reicht freilich nicht aus, um die in der Gesamtwirtschaft bestehende Investitionslücke in Deutschland zu schließen“, sagte Treier.

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