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04.02.2013

Euro-Krise BIZ-Chef hält erneute Zuspitzung für möglich

„Die Euro-Krise ist noch längst nicht vorbei.“

Basel – Der Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Jaime Caruana, sieht noch keinen Grund zur Entwarnung in der Euro-Krise. „Die Euro-Krise ist noch längst nicht vorbei. Es ist immer noch möglich, dass die Euro-Krise erneut ausbricht und sich verschlimmert. Für Entwarnung ist es definitiv zu früh“, sagte Caruana dem „Handelsblatt“.

Der Notenbanker hofft, „dass die politischen Verantwortlichen die Zeit relativer Entspannung an den Finanzmärkten nutzen, um weitere institutionelle Reformen in Europa und auf nationaler Ebene voranzutreiben“. Die weitere Konsolidierung der Staatshaushalte sei unvermeidbar, um den Finanzmärkten zu signalisieren, dass man es mit der Bekämpfung der Schuldenkrise in Europa wirklich ernst meine.

„Die Euro-Staaten dürfen von diesem Weg nicht abweichen. Die Debatte über den angeblichen Gegensatz von Austeritätspolitik und Wirtschaftswachstum ist absurd. Solide Staatshaushalte sind die Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaftswachstum“, betonte Caruana. Darüber hinaus müssten in Ländern wie Griechenland, Portugal, Spanien und Italien die Reformen auf den Arbeitsmärkten fortgesetzt werden sowie die Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität der heimischen Industrie verbessert werden.

Der BIZ-Chef zeigte sich überzeugt, dass die USA die neuen Eigenkapitalregeln III „rechtzeitig verabschieden und auch anwenden werden“. Eine geringe Verzögerung sei zwar nicht wünschenswert, aber am Ende auch kein Problem für die Stabilität des weltweiten Finanzsystems.

„Die Finanzaufseher arbeiten darauf hin, dass die neuen Eigenkapitalstandards de facto in den Bankenstresstest Eingang finden. Eine Bank, die sich nicht an die neuen Regeln hält, würde beim nächsten Stresstest durchfallen – mit allen negativen Konsequenzen für die eigene Reputation. Auch die Märkte werden es nicht honorieren, wenn eine Bank es hinauszögert, für mehr Sicherheiten zu sorgen“, sagte Caruana.

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