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Autisten kritisieren Berichterstattung

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18.12.2012

Newtown-Amoklauf Autisten kritisieren Berichterstattung

„Es verletzt. Und es macht Angst.“

Newtown/Berlin/Hamburg – Die Medienberichterstattung zum Newtown-Amoklauf zieht zunehmend Kritik auf sich. Vom sogenannten „Asperger-Syndrom“ Betroffene beschwerten sich, durch zahlreiche Artikel verunglimpft zu werden. So hatten Medien rund um den Globus spekuliert, dass der Amokläufer ein Autist mit der Diagnose „Asperger“ gewesen sein könnte und die Krankheit mit den Taten in direkte Verbindung gebracht.

Die Piratenpartei Deutschland legte wegen eines Spiegel-Online-Artikels mit der Überschrift „Asperger-Syndrom: Blind für die Emotionen anderer Menschen“ beim deutschen Presserat Beschwerde ein. „Der Artikel erweckt beim oberflächlichen Lesen den Eindruck, es gebe einen Zusammenhang zwischen dem Amoklauf in Newtown und Autismus. Neben der Tatsache, dass es bei dem Täter keine Diagnose gab, suggeriert der Artikel Autismus als Ursache des Amoklaufs“, hieß es in einer Mitteilung.

Auch der Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus meldete sich zu Wort: „Wir möchten in deutlicher Form darauf hinweisen, dass es generell keinerlei Verbindung zwischen Autismus und geplanten Gewalttaten gibt. Es gibt überhaupt keinen Grund zu der Annahme, dass Menschen mit Autismus in besonderer Weise zu Gewalttaten neigen und diese gezielt verüben“, teilte der Verein mit.

In Blogs und sozialen Netzwerken hagelte es ebenfalls Kritik, insbesondere von Betroffenen: „Wenn man in den Medien das Bild eines Amokläufers sieht und dick darüber oder nebendran etwas von Autismus steht tut das weh. Es verletzt. Und es macht Angst“, schreibt ein Autist in dem Blog „quergedachtes„.

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