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Zwischenlandung wegen verwirrtem Piloten

© AP, dapd

28.03.2012

USA Zwischenlandung wegen verwirrtem Piloten

Kapitän fantasierte über Al-Kaida und mögliche Bombe an Bord.

Las Vegas – Ein offenbar geistig verwirrter Pilot hat am Dienstag ein Flugzeug auf einem inneramerikanischen Flug nach Las Vegas zu einer unplanmäßigen Zwischenlandung gezwungen. Der Kapitän sei durch die Kabine gestürmt und habe unter anderem wirr über eine Bombe an Bord, Al-Kaida, Iran und Afghanistan gesprochen, berichteten Passagiere. Als der Kapitän ins Cockpit zurückkehren wollte, wurde er von einigen Fluggästen überwältigt. Der Co-Pilot übernahm das Kommando und gemeinsam mit einem Piloten außer Dienst, der an Bord des Flugzeugs war, landete er die Maschine außerplanmäßig im texanischen Amarillo.

Die Maschine der Fluggesellschaft Jetblue sei auf dem Weg von New York nach Las Vegas gewesen und habe sich zum Zeitpunkt des Vorfalls bereits seit dreieinhalb Stunden in der Luft befunden, teilte die staatliche Luftverkehrsbehörde FAA mit.

Am Mittwoch gab die Fluggesellschaft Jetblue dann bekannt, dass der Pilot vom Dienst suspendiert werde, solange die Untersuchung des Zwischenfalls andauere. Der Mann arbeitete seit 2000 als Pilot für Jetblue. Der Pilot sei ein absoluter Profi, den er seit Jahren persönlich kenne, sagte der Chef der Fluglinie, Dave Barger, einem US-Fernsehsender. In seinen Akten habe es keine Hinweise darauf gegeben, dass er ein Risiko hätte darstellen können.

Der Kapitän habe wütend gewirkt, sagt ein Passagier. „Es war wie im Film, wirkte einfach nicht echt“, sagte ein anderer. „Er begann zu schreien, über Al-Kaida und dass wahrscheinlich eine Bombe an Bord sei, über Irak und Iran und dass wir alle zugrunde gehen würden“, berichtete Gabriel Schonzeit, der in der dritten Reihe saß.

Das Kabinenpersonal habe den Kapitän in den hinteren Teil der Maschine geführt, berichteten Passagiere. Doch dann sei er durch die Kabine nach vorne gestürmt. „Vier von uns sind dann instinktiv aufgesprungen und haben ihn zu Boden gedrückt“, berichtete ein anderer Fluggast. „Offensichtlich hatte er einen emotionalen oder geistigen Zusammenbruch“, sagte einer der Männer, die den Kapitän überwältigten.

Nach der Landung in Amarillo wurde der verwirrte Flugkapitän in ein Krankenhaus gebracht. Die Passagiere konnten mit mehreren Stunden Verspätung nach Las Vegas weiterreisen.

Fälle von geistiger Verwirrung bei Piloten seien „extrem selten“, sagte John Cox, Sicherheitsberater für den Luftverkehr und ehemaliger Pilot. Aus den vergangenen 40 Jahren fielen ihm höchstens zwei oder drei ähnliche Beispiele ein, sagte er.

Piloten verfügen über ein medizinisches Zertifikat, das je nach Alter des Piloten alle sechs bis zwölf Monate erneuert werden muss. Darin wird auch die psychische Verfassung der Piloten bewertet.

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