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Berlin und Brandenburg Zahl der Hitzetoten steigt kontinuierlich

„Man kann schon sehen, dass die Anzahl der Hitzewellen zugenommen hat.“

Berlin – Der Klimawandel kostet auch in Berlin und Brandenburg immer mehr Menschenleben. Neueste Zahlen des Amtes für Statistik, die rbb24-Recherche exklusiv vorliegen, belegen: besonders in den letzten 3 Jahren hat der Temperaturanstieg viele Menschen in der Region schwer getroffen. Danach sind in Berlin und Brandenburg in den Jahren 2018 bis 2020 in den Hitzephasen besonders viele Menschen (1.389) gestorben: 2020 und 2019 jeweils über 300, im Sommer 2018, als es im Juli und August längere Zeit besonders viele aufeinanderfolgende extreme Hitzetage gab, wurden sogar über 750 hitzebedingte Todesfälle registriert.

In Berlin sind in diesem Zeitraum 758 Menschen hitzebedingt gestorben (2018: 398, 2019: 186, 2020: 174), in Brandenburg 631 (362, 126, 143). Der Trend lässt sich auch bundesweit beobachten, wenn auch nicht so ausgeprägt wie in der Hauptstadtregion.

„Man kann schon sehen, dass die Anzahl der Hitzewellen zugenommen hat, insbesondere in den letzten fünf Jahren“, sagt Martin Axnick vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, der sich jahrelang mit Bevölkerungsstatistik beschäftigt hat. „Und diese höhere Anzahl der Hitzewellen hat natürlich auch einen Einfluss auf die Hitze-Sterblichkeit. Es sterben einfach mehr Leute, weil es mehr Hitzewellen gibt.“ Die Lebensgefahr trifft vornehmlich ältere Menschen und Vorerkrankte.

Einen einzelnen Todesfall auf Hitze zurückzuführen ist allerdings besonders schwierig. Auf dem Totenschein steht dann eher Herzinfarkt oder Schlaganfall, auch wenn der Mensch ohne Hitze nicht kollabiert wäre. Statistisch allerdings ist der Effekt klar zu erkennen.

Zwischen der Hauptstadt Berlin und dem Land Brandenburg gibt es statistische Unterschiede, auch wenn der Trend gleich ist. „Berlin ist einfach heißer als Brandenburg“, sagt Axnick gegenüber rbb24-Recherche, und zwar im Durchschnitt der letzten drei Jahrzehnte um 0,7 Grad. Die Ursache liegt darin, dass eine Großstadt eng bebaut ist, sich stärker aufheizt und schlechter abkühlt. „Und genau darum haben wir in Berlin auch mehr heiße Tage identifiziert.“

Aber auch das Durchschnittsalter der Bevölkerung spielt eine Rolle: der demografische Faktor, die Alterung der Bevölkerung, ist auf dem Land ausgeprägter als in der Stadt – was die hitzebedingte Sterberate zwischen Stadt und Land wieder angleicht.

22.07.2021 © newsburger.de

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