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28.12.2010

Studie Deutsche Firmen sagen Korruption den Kampf an

Berlin – Deutschlands Großkonzerne haben offenbar aus den Korruptions- und Schmiergeldskandalen der vergangenen Jahre gelernt. Drei Viertel von 67 befragten Firmen vertreten nach einer Umfrage der Unternehmensberater von Alvarez & Marsal einen „Null-Toleranz-Ansatz“ gegenüber solchen Verhaltensweisen.

In der Praxis sei der zwar schwierig umzusetzen, schreiben die Autoren in einer Studie, an der fast zwei Drittel der DAX-Unternehmen teilnahmen und die der Tageszeitung „Die Welt“ vorliegt. Trotzdem nehmen die meisten Unternehmen die Probleme ernst, die sich ergeben können, wenn Mitarbeiter Gesetze und Vorschriften nicht einhalten. Das zeigt sich schon daran, dass bei über der Hälfte der befragten Unternehmen, die sogenannte Compliance, also jene Abteilung, die für die Regeln und deren Befolgung zuständig ist, als eigenes Vorstandsressort eingerichtet oder sogar beim Vorstandschef angesiedelt wurde.

Vor gut einem Jahrzehnt war Compliance für viele Betriebe noch kein Thema. Damals begannen die Unternehmen erst mit dem Aufbau von Compliance-Organisationen. Wie nötig deren Funktion ist, zeigen die Schmiergeldskandale der jüngsten Vergangenheit. Längst gefährden solche Skandale mehr als nur das gute Ansehen eines Unternehmens. In den USA notierte Konzerne müssen mit harten Sanktionen der dortigen Börsenaufsicht SEC rechnen. In Deutschland können die Unternehmen von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen werden.

Gegen Mitarbeiter, die sich nicht an die Gesetze halten, gehen der Studie zufolge vor allem die deutsche Chemie- und Pharmabranche vor. In mehr als 80 Prozent aller Fälle vertreten sie nach eigener Auskunft eine „Null-Toleranz-Politik“. Mitarbeitern, die gegen die Regeln verstoßen, drohen Strafen. Am häufigsten nennen die Firmen „Abmahnungen oder Kündigungen sowie bei strafrechtlicher Relevanz die Meldung an die Strafverfolgungsbehörden“.

In seltenen Fällen bieten die Firmen Amnestiemaßnahmen an, um die Beschäftigten zu ermuntern, Fehlverhalten von allein einzugestehen. Allerdings sollte dieses Vorgehen die Ultima Ratio bleiben, weil laxe Amnestieprogramme zum Ausschluss von öffentlichen Aufträgen führen können.

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