newsburger.de Nachrichten aus aller Welt

Bücher in einer Bibliothek
© über dts Nachrichtenagentur

Ökonomin Corona wirft Nachwuchsforscherinnen zurück

Besonders für Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Kindern sei die Situation prekär.

Frankfurt – Die Frankfurter Ökonomin und Vorsitzende des Vereins für Socialpolitik, Nicola Fuchs-Schündeln, sieht die wissenschaftliche Exzellenz durch die Coronakrise bedroht. Vor allem Nachwuchsforscherinnen würden in ihrer Karriere zurückgeworfen, sagte Fuchs-Schündeln der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagsausgabe).

Erste Zahlen von verschiedenen Publikationen zeigten, dass der Frauenanteil unter den Einreichungen von wissenschaftlichen Arbeiten zurückgehe. In sechs Arbeitspapierreihen der Volkswirtschaftslehre sei der Frauenanteil im März und April dieses Jahres um acht Prozentpunkte gesunken. In der renommierten Zeitschrift „Review of Economic Studies“, deren Vorsitzende Fuchs-Schündeln ist, sei ebenfalls schon ein Rückgang in den Einreichungen von Autorinnen festzustellen, von 19,4 Prozent im Zeitraum vor der Krise auf 17,9 Prozent.

Die Entwicklung dieser Frühindikatoren sei „beunruhigend“, so die Ökonomin. „Gerade in den Wirtschaftswissenschaften ist der Frauenanteil noch sehr gering und können wir uns einen Rückschritt kaum leisten. Der bedroht nicht nur die Chancengleichheit, sondern auch die wissenschaftliche Exzellenz“, sagte die Volkswirtin. Es bestehe die Gefahr, dass sich nicht diejenigen mit den besten Ideen durchsetzen, sondern diejenigen, die zeitlich am wenigsten von der Coronakrise betroffen seien.

Besonders für Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Kindern sei die Situation prekär. Sie drohten, in der Qualifikationsphase um eine Lebenszeitprofessur hinter ihre männlichen Konkurrenten zurückzufallen.

Fuchs-Schündeln wirft der Bundesregierung vor, die Konsequenzen der Schul- und Kitaschließungen für Kinder, Familien und Mütter vernachlässigt zu haben. Von den Maßnahmen seien Mütter in der Wissenschaft und auch in anderen Bereichen stärker betroffen als Väter. Die Ökonomin fordert deshalb eine besondere Unterstützung von Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Kindern in der Krise.

10.05.2020 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

Weitere Meldungen

Meidinger Halte nichts von Abkehr von Inzidenzen

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat sich in der Debatte um Schulöffnungen nach den Ferien dagegen ausgesprochen, die Schulen unabhängig von der Inzidenz der Region offen zu halten. ...

Kekulé „Rasen selbst verschuldet in dritte Welle“

Der Virologe Alexander Kekulé hat die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern scharf kritisiert: "Wir rasen gerade selbst verschuldet in die dritte Welle", sagte Kekulé im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). ...

Nach Astrazeneca-Impfpause Kekulé fordert Umstieg auf „Notstrategie“

Lungenexperte Großteil der Corona-Patienten hat kaum Symptome

Coronavirus Weitere Antikörper-Studie zeigt hohe Dunkelziffer

Intensivpädagoge Klassen sollten von einem Lehrer betreut werden

Coronavirus Schülervertreter wollen Notenbonus für Prüfungen

Epidemiologe Schulen können normalen Präsenzunterricht fortführen

Coronavirus 250 Schüler und 32 Lehrer in NRW in Quarantäne

Corona-Atteste Ärzte verärgert über Lehrer wegen hoher Zahl

Bildung VdK hält 150 Euro für Digitalausstattung von Schülern für „zu wenig“

Corona-Krise OECD-Bildungsdirektor will Sitzenbleiben generell abschaffen

Lehrerverband Halbierter Unterricht bis ins nächste Jahr hinein

Umfrage Viele Lehrer arbeiten in Coronakrise weniger

Umfrage Mehrheit für Aussetzung der Sommerferien

Lehrerverband Millionen Schüler durch Schulschließungen abgehängt

Leopoldina Bildungseinrichtungen schrittweise wieder öffnen

Bericht GEW hält „Corona-Bonus“ bei Schulnoten für denkbar

Corona-Pandemie Lehrerverband fordert freiwilliges Sitzenbleiben

Geschlossene Schulen KMK-Präsidentin dämpft Erwartungen an rasche Wiedereröffnung

« Vorheriger ArtikelNächster Artikel »