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Sadschida al-Rischawi

© Petra Jordan News Agency / Archiv über dpa

04.02.2015

Nach IS-Mord an Piloten Zwei Terroristen hingerichtet

Die beiden Gefangenen seien am frühen Mittwochmorgen gehängt worden.

Amman – Jordanien hat mit Wut und harter Hand auf die brutale Ermordung seines Piloten durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reagiert. Aus Rache für den Tod des 26 Jahre alten Muas al-Kasasba ließ die Regierung zwei zum Tode verurteilte Terroristen hinrichten.

In Jordanien zogen laut Medienberichten Menschen auf die Straße und feierten den Piloten als Helden. Der Vater des getöteten Soldaten rief zugleich nach weiterer Vergeltung.

Auch in anderen arabischen Ländern wurde die Tat als „Barbarei“ gegeißelt, die nur mit Blut zu sühnen sei, berichtete die Zeitung „Times of Israel“. Die in der islamischen Welt viel geachtete Azhar-Universität in Kairo bezeichnete den IS als „teuflische“ Organisation, die einen Krieg gegen Gott führe. Man müsse die Terroristen auf gleiche Weise bestrafen – Kreuzigungen und Verstümmelungen inbegriffen, sagte Großmufti Scheich Ahmed al-Tajib.

Die irakischen Gefangenen Sadschida al-Rischawi und Siad al-Karbuli seien im Morgengrauen gehängt worden, berichtete die staatliche jordanische Nachrichtenagentur Petra. Jordaniens Führung hatte am Vortag Rache für den Tod des Piloten angekündigt, nachdem im Internet ein Video aufgetaucht war. In dem Film wird Al-Kasasba bei lebendigem Leib verbrannt. „Unsere Rache wird das Ausmaß des Schmerzes haben, der allen Jordaniern zugefügt wurde“, sagte danach ein Armeesprecher.

Jordaniens König Abdullah II. reagierte mit Trauer und Wut auf den Tod des Piloten. Der Monarch brach einen Besuch in den USA ab und kehrte nach Amman zurück. Am Mittwoch wollte er laut Medienberichten der Familie des getöten Piloten kondolieren.

Der 26-Jährige wird in Jordanien als „Märtyrer“ verehrt. Das Staatsfernsehen blendete den ganzen Tag ein Foto des Piloten ein. Muslime beteten für ihn in Moscheen, die christlichen Kirchen ließen die Glocken läuten. Die Regierung ordnete eine Staatstrauer an.

Der Vater des toten Piloten rief seine Regierung zu „scharfer Rache“ an der Terrormiliz auf. Der IS sei eine „Verbrecherorganisation“ und weit vom Islam entfernt, sagte Safi al-Kasasba dem TV-Kanal Al-Arabija. Die Jordanier erwarteten von der internationalen Koalition verstärkte Luftschläge, um den IS zu zerstören.

Bundespräsident Joachim warnte nach den Hinrichtungen vor einem Rückfall in vordemokratische Zeiten. Das Prinzip Auge-um-Auge könne weder rechtlich noch moralisch die richtige Reaktion auf die Verbrennung der jordanischen Geisel sein, sagte Gauck in Tansania.

Israels rechtsgerichteter Außenminister Avigdor Lieberman hingegen lobte die Hinrichtung der Terroristen. „Terror kann nicht mit Worten und Erklärungen bekämpft werden, sondern nur mit harten Maßnahmen“, erklärte er.

US-Präsident Obama hatte betont, die Ermordung des Piloten werde die Bemühungen des Anti-IS-Bündnisses nur verdoppeln. In Syrien fliegen die USA und arabische Verbündete Angriffe, im Irak sind Nato-Länder beteiligt. Der jordanische Pilot war im Dezember über Al-Rakka im Norden Syriens abgestürzt und vom IS gefangen genommen worden.

Die hingerichtete Al-Rischawi war 2005 mit einem Selbstmordattentat auf eine Hochzeitsfeier gescheitert und später zum Tode verurteilt worden. Der IS hatte von Jordanien gefordert, sie gegen Al-Kasasba und die japanische Geisel Kenji Goto freizulassen. Jordanien forderte jedoch ein Lebenszeichen des Piloten. Daraufhin veröffentlichten die Dschihadisten ein Video, in dem die Enthauptung Gotos gezeigt wurde.

Offensichtlich waren die Verhandlungen zwischen Jordanien und dem IS eine Farce: Nach Darstellung des jordanischen Staatsfernsehens soll der Pilot bereits vor einem Monat umgebracht worden sein.

Der zweite Hingerichtete Al-Karbuli stammt laut Petra wie Al-Rischawi aus dem Irak und soll zum Terrornetzwerk Al-Kaida gehört haben. Ein jordanisches Gericht hatte den Zollangestellten 2007 wegen Terrorismus zum Tode verurteilt. Er soll mit Abu Mussab al-Sarkawi zusammengearbeitet haben, dem früheren Anführer von Al-Kaida im Irak.

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