Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Wirtschaft - newsburger.de

Kündigungssklagen bedrohen Abwicklung

© dapd

06.05.2012

Schlecker-Insolvenz Kündigungssklagen bedrohen Abwicklung

Problematisch auch zähe Verhandlungen mit ver.di.

Stuttgart/München – Die Klagen von gekündigten Schlecker-Mitarbeitern und zähe Verhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di um einen Lohnverzicht verzögern die Abwicklung der Drogeriemarktkette. Problematisch sei vor allem, dass diese zwei großen Themen bei der Rettung des Unternehmens derzeit parallel gelöst werden müssten, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe).

Für die Kinder des Drogeriemarkt-Gründers Anton Schlecker sieht Geiwitz keine Mehrheit in einem neuen Unternehmen, wie er ergänzend den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montagausgabe) sagte. Er könne sich für Lars und Meike Schlecker höchstens eine Beteiligung von unter 25 Prozent vorstellen.

Von den 9.500 Mitarbeitern, die ihren Job bei Schlecker verloren haben, wehren sich 3.850 juristisch gegen ihre Kündigung. Die Zahl könnte noch steigen durch die Führungskräfte, die ihre Kündigung später erhalten haben. 180 Führungskräfte war gekündigt worden.

Vier Investoren haben Angebot abgegeben

Daneben will Geiwitz die Gehälter der verbliebenen Schlecker-Mitarbeiter spürbar drücken. Er fordert von den noch 13.500 Angestellten, bis Ende 2014 auf 15 Prozent ihres Gehalts zu verzichten. „Ich muss einige hundert Millionen Euro Verlust im Jahr umdrehen, da brauche ich für eine Übergangszeit deren Hilfe“, sagte Geiwitz. Die Gewerkschaft ver.di will dem aber nur im Gegenzug für Einblicke in die Sanierungskonzepte potenzieller Investoren zustimmen und blockiert Lohnkürzungen derzeit.

Der Insolvenzverwalter bestätigte, dass vier Investoren, die sich aktuell in der sogenannten Due-Diligence-Prüfung befänden, inzwischen jeweils ein unverbindliches Angebot für das Unternehmen abgegeben hätten.

Nach einem Bericht des „Focus“ hat der Ausverkauf in den mehr als 2.000 inzwischen geschlossenen Filialen den Umsatz der Kette im März auf Jahressicht um rund zehn Prozent nach oben getrieben. Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf Zahlen des Marktforschungsunternehmens GfK. Dabei sei mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes des Monats mit Sonderangeboten erzielt worden. Geiwitz kündigte eine Preisoffensive an: „In den nächsten Monaten werden wir in den Filialen massiv die Preise senken.“

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+ Xing

© dapd / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/kuendigungssklagen-bedrohen-abwicklung-54074.html

Weitere Nachrichten

Ifo Institut für Wirtschaftsforschung Muenchen

© Carl Steinbeißer / CC BY-SA 3.0

Ifo Institut für Wirtschaftsforschung Geschäftsklimaindex im Juni auf 115,1 Punkte gestiegen

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni gestiegen: Der Index steht im sechsten Monat des Jahres bei 115,1 Zählern, teilte das Ifo-Institut für ...

Lufthansa-Maschine

© über dts Nachrichtenagentur

Sicherheit Lufthansa sieht Computerverbot in Flugzeugen-Kabinen kritisch

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sieht das diskutierte Laptopverbot an Bord von Flugzeugen kritisch. "Wir sind mit den deutschen, europäischen und US-Behörden ...

Flughafen Berlin-Brandenburg International BER

© über dts Nachrichtenagentur

Berliner Großflughafen Bosch sieht derzeit „keine Grundlage“ für BER-Eröffnung

Die Baufirma Bosch hat massive Zweifel an einer Fertigstellung des neuen Berliner Großflughafens geäußert, berichtet "Bild am Sonntag". In einem Brief vom 31. ...

Weitere Schlagzeilen