Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Wirtschaft - newsburger.de

Rainer Brüderle

© Mathias Schindler / gemeinfrei

08.12.2015

Brüderle „Einmischung in Tarifhoheit ist unerträglich“

Tarifausschuss wird sich nicht unter Druck setzen lassen.

Berlin – „Es ist schon ein Stück aus dem Tollhaus, wie die niedersächsische Landespolitik derzeit mit nahezu unverhohlenen Drohungen Druck auf die Tarifpartner beim Thema Allgemeinverbindlichkeitserklärung des Tarifvertrages Pflege für die Auszubildenden macht. Diese massive Einmischung in die Tarifhoheit ist unerträglich“, so Rainer Brüderle, Präsident des bpa-Arbeitgeberverbandes.

„Mittlerweile wird immer deutlicher, dass es gar nicht mehr um die Auszubildenden geht, sondern ein politisch gewollter Tarifvertrag durchgedrückt werden soll, der viele kleine und mittlere Pflegeeinrichtungen zum Aufgeben zwingen würde. So sorgt man für einen Pflegenotstand in Niedersachsen, in dem schon heute die privaten Einrichtungen die größte Verantwortung in der Pflege übernehmen – vor allem auf dem flachen Land“, sagte Bernd Meurer, Vize-Präsident des bpa-Arbeitgeberverbandes.

Erfreulicherweise ist die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Auch ohne Einheitslohn. Schon jetzt verdienen Auszubildende in der Pflege mehr als Auszubildende in anderen Branchen.

„Das Hirnschmalz, das für das Erfinden von Einheitslöhnen verschwendet wird, sollten wir für andere Dinge nutzen: Wie können wir die Kostenträger zu einer besseren Personalausstattung, zur Entlastung der Pflegekräfte, bewegen? Wie können wir Bürokratie abbauen und mehr Zeit für Zuwendung organisieren? Wie können Regulierungen wie Fachkraftquoten flexibel eingesetzt werden, um Flexibilität beim Personaleinsatz zu ermöglichen? Mehr Zukunfts- statt Einheitsdenken wäre angesagt“, machte Brüderle deutlich.

„Die Refinanzierung der Ausbildungsvergütung ist in Niedersachsen noch immer nicht gesichert. Deshalb wird hier mit falschen Argumenten gelockt“, erklärte Bernd Meurer.

„Jetzt heißt es für die Tarifpartner, eng zusammen zu stehen, denn sonst wird sich die Politik bald auch in Tariffragen anderen Branchen in Niedersachsen einmischen. Das wäre ein massiver Angriff auf die Grundfesten der sozialen Marktwirtschaft. Ich bin mir sicher, dass die selbstbewussten Mitglieder des Tarifausschusses souverän und wohlüberlegt entscheiden werden und dabei wie in Bremen ganz sicher auf die wirtschaftliche Vernunft setzen“, so Brüderle abschließend.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+ Xing

© newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/einmischung-in-tarifhoheit-ist-unertraeglich-91971.html

Weitere Nachrichten

Parlament Griechenland

© Gerard McGovern / CC BY 2.0

Wirtschaftsweiser Athen muss Akzeptanz für Reformen schaffen

Der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph M. Schmidt, hat die griechische Regierung aufgefordert, endlich zu den nötigen Reformen zu stehen, um die ...

Clemens Fuest 2012 ZEW

© Institut der deutschen Wirtschaft Köln / CC BY 2.0

Agenda 2010 Wirtschaftsweisen-Chef warnt SPD vor Aufweichung

Deutsche Top-Ökonomen haben die SPD davor gewarnt, die Reformagenda 2010 aufzuweichen. "Die Politik sollte sich auch im Wahlkampfmodus erst einmal fragen, ...

Frankfurt IG Metall

© Epizentrum / CC BY 3.0

IG Metall NRW Arbeitsplätze bei Opel in Bochum nicht gefährdet

Die IG Metall in NRW bereitet sich auf den Verkauf von Opel an den französischen Automobilkonzern PSA vor. "Wir müssen intern bewerten, ob der Deal mit PSA ...

Weitere Schlagzeilen