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Betriebsratschef will VW nacheifern

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21.03.2012

Opel Betriebsratschef will VW nacheifern

„Zu Wachstum verdammt“ – Möchte Fertigungstiefe erhöhen und mehr exportieren.

Frankfurt/Main – Der neue Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug sieht Wachstum als einzige Chance für den angeschlagenen Autohersteller. „Die Frage ist, ob eine Wachstumsstrategie oder ein Schrumpfkurs der richtige Weg ist“, sagte Schäfer-Klug dem „Wall Street Journal Deutschland“. „Gesundschrumpfen“ könne man die Tochter des US-Autokonzerns General Motors (GM) nicht, das habe die Vergangenheit gezeigt. „Opel ist zu Wachstum verdammt.“

Eine höhere Fertigungstiefe, der Zugang zu Wachstumsmärkten und die Rückholung von außerhalb Europas produzierten Autos seien für ihn die Zauberworte, sagte Schäfer-Klug. „Ich halte in den nächsten Jahren 60.000 Exporte auf Märkte außerhalb Europas für möglich“.

Lernen könnten die Rüsselsheimer dabei von Europas Branchenprimus Volkswagen. Vermehrtes Insourcing könnte laut Schäfer-Klug ebenfalls ein Ausweg aus der prekären Situation sein, vor allem dann, wenn dadurch teure Abfindungszahlungen vermieden werden können. VW habe bei Produktionsteilen und Werkzeugen eine deutlich höhere Fertigungstiefe als Opel und verdiene damit gutes Geld.

„Schlank ist nicht immer kostengünstiger“, sagte Schäfer-Klug. Im Gegenteil: Beziehe man Materialien von Zulieferern, müsse man ihnen einen Aufpreis zahlen, der bei eigener Herstellung entfalle. „So kann Outsourcing sogar zu höheren Materialkosten führen“.

Opel könne eine wichtige Rolle im Konzernverbund spielen, wenn das Unternehmen richtig geführt werde, sagte Schäfer-Klug. „Im Wettbewerb mit Volkswagen um die Position des weltweit größten Automobilherstellers ist Opel für GM ein Schlüssel“, fügte er hinzu. „Alleine mit den anderen Konzernmarken wird GM nicht siegreich sein können“, prognostizierte der Betriebsratschef.

Schäfer-Klug forderte das Management zu Gesprächen auf. Werksschließungen und Stellenabbau seien der falsche Weg, um die Marke wieder in die Spur zu bringen. Werksschließungen seien bis 2014 ausgeschlossen, die Probleme lösen könne man auf diesem Weg aber sowieso nicht. „Es wird immer vergessen, dass solche Schritte ein Unternehmen finanziell über Jahre hinweg belasten“, sagte er. Die zweistelligen Milliardenverluste, die GM in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten in Europa erlitten habe, seien nicht zuletzt dadurch zustande gekommen.

Den von Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke vorgegebenen Zeitrahmen zum Abschluss der Gespräche bis Sommer hält Schäfer-Klug für durchaus realistisch. „Dann müsste es aber auch so langsam einmal losgehen“, sagte er. „Wir müssen einen Fahrplan vereinbaren um zu klären, wie es mit dem Unternehmen kurz-, mittel- und langfristig weitergeht“, forderte er.

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