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Studenten in einer Universität

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04.05.2015

“Handelsblatt” Wirtschaft wehrt sich gegen Vorwürfe von „Hochschulwatch“

„Das ist Unsinn.“

Berlin – Die designierte Vizepräsidentin des Stifterverbandes, die Unternehmerin Nicola Leibinger-Kammüller, hat Vorwürfe der Plattform „Hochschulwatch“ zurückgewiesen, die deutschen Hochschulen litten unter wachsendem Einfluss der Wirtschaft und gerieten zunehmend in deren Abhängigkeit. „Das ist Unsinn“, sagte sie dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe).

„Natürlich wollen wir frühzeitig Einblicke in Forschungsergebnisse, wenn wir Kooperationspartner sind. Aber das war es dann auch schon“, stellt Leibinger klar. „Daraus erwächst keine gezielte Einflussnahme, die die Freiheit von Forschung und Lehre auch nur im Entferntesten tangieren würde.“

Leibinger ist Chefin des Ditzinger Maschinenbauunternehmens Trumpf und neben ihrem Engagement im Stifterverband auch Mitglied im Hochschulrat der TU München. Den Kodex der Elite-Universität für die Zusammenarbeit mit der Industrie empfiehlt sie als Vorbild: „Das verhindert Kritik schon im Vorfeld.“

Leibinger wies zudem darauf hin, dass die Bedeutung der Industrieaufträge für die deutschen Hochschulen – anders als „Hochschulwatch“ suggeriere – zuletzt sogar zurückgegangen sei. Nach den Daten des Stifterverbandes „lag der Anteil der Drittmittel, die von Unternehmen kamen, 2005 bei 28 Prozent – bis 2012 sank er auf ein historisches Tief von unter 20 Prozent“. Der Rest der Drittmittel stamme vom Staat oder öffentlich finanzierten Geldgebern wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Seit Jahrzehnten liege der Anteil der Wirtschaft an der Hochschulfinanzierung insgesamt stabil bei unter fünf Prozent, derzeit bei 4,4 Prozent, schreibt das „Handelsblatt“. „Wer angesichts dieser Zahlen von gefährlicher Einflussnahme spricht oder andere Zusammenhänge konstruiert, lässt sich von Unkenntnis oder Vorurteilen leiten“, so Leibinger.

Sie appelliert daher nachdrücklich an die Wirtschaft, wieder „mehr Vertrauen in den Forschungsstandort Deutschland“ zu zeigen und nicht weniger sondern mehr zu kooperieren. Um dem verbreiteten Misstrauen etwas entgegen zu setzen, „müssen sich die Unternehmen mehr öffnen“.

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