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09.10.2014

Microsoft Deutschlandchef wünscht sich anderen Umgang mit NSA-Affäre

„Wir müssen als Branche aus der Deckung.“

Berlin – Christian Illek, der Deutschland-Chef des US-Software-Konzerns Microsoft, wünscht sich von den IT-Unternehmen einen anderen Umgang mit der NSA-Affäre. „Wir müssen als Branche aus der Deckung“, sagte der Manager dem „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe). „Wenn Kunden nach speziellen Sicherheits-Features bei Cloud-Lösungen fragen, dürfen wir das nicht verteufeln. Wir müssen uns diesen Wünschen stellen.“

Der umfassende Zugriff des US-Geheimdiensts NSA auf das Internet und die dort verfügbaren Informationen hat massive Folgen für die gesamte IT-Industrie, schreibt das „Handelsblatt“. Google-Verwaltungsrats-Chef Eric Schmidt fürchtet sogar ein „Zerbrechen des Internets“, wie er diese Woche bei einer Veranstaltung des US-Senats sagte. Der Kurznachrichtendienst Twitter wiederum hat die US-Regierung verklagt, weil diese den Unternehmen nicht erlaubt, Details über Geheimdienstanfragen zu nennen.

„Die NSA-Affäre hat das Vertrauen vor allem im Firmenkundenumfeld nachhaltig beschädigt“, so Illek. Er ist sich sicher, dass ständige Aufklärungsarbeit allein das Problem fehlenden Vertrauens nicht lösen wird. Zwar sei klar, dass man bei dem Thema der Datensicherheit so transparent wie möglich sein müsse. „Wir haben in Europa ausweislich unseres halbjährlichen Transparenzreports noch nie irgendwelche Kundendaten auf behördliche Anforderungen herausgegeben“.

Aber notwendig seien auch klare Regeln für die Geheimdienste. „Wir brauchen politische Absprachen zwischen Regierungen, was Dienste dürfen und was nicht. Das können die Unternehmen nicht leisten. Das ist Verantwortung der Politik“, fordert der Manager.

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