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Schüler in Klassenraum

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21.01.2014

Nachwuchs Handwerk will gezielt um Gymnasiasten werben

„Die Akzeptanz des Handwerks muss auch an Gymnasien wachsen.“

Berlin – Der Kampf um den knappen Nachwuchs verschärft sich: Das Handwerk will künftig gezielt um Gymnasiasten werben. „Die Akzeptanz des Handwerks muss auch an Gymnasien wachsen“, forderte der neue Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe).

Er ärgere sich darüber, dass „das Studium als allein selig machend dargestellt wird.“ Gymnasien organisierten zwar akademische Tage, um über Studiengänge zu informieren. „Ans Handwerk denken sie aber zu selten“, klagt Wollseifer. „Das schadet nicht nur uns, sondern auch den Schülern, die nichts von den großen Chancen im Handwerk erfahren. Wir brauchen also auch berufskundliche Tage im Gymnasium.“

Das Handwerk bildet noch rund 28 Prozent aller 1,4 Millionen Azubis aus – vor allem aber solche mit Hauptschulabschluss. „Wir brauchen aber alle, denn ohne die Starken können wir den zunehmenden technologischen Anforderungen in vielen Berufen nicht ausreichend gerecht werden“, sagt der Handwerkspräsident.

Um Nachwuchs zu sichern, will Wollseifer im Zuge der Kino und TV-Kampagne des Handwerks künftig gezielt Jugendliche ansprechen, und zwar „speziell dort, wo sie sich im Internet bewegen“. Locken will er mit Karriere: „Mittlerweile gibt es ja nicht nur das duale, sondern auch ein triales Studium: in viereinhalb Jahren Ausbildung, Meister und Bachelor. Die Absolventen sind ideale Kandidaten, einen Handwerksbetrieb zu übernehmen.“

Weitgehend unbekannt sei, wie viel Hightech heute in Handwerk steckt: „Ohne Orthopädietechniker gäbe es keine Paralympics-Erfolge. Elektroniker arbeiten mit Wärmepumpen oder Solartechnik, Gebäudedienstleister überwachen ganze Handelshäuser über Internet“, wirbt der ZDH-Präsident. Zudem schade es nie, wenn ein Akademiker ein Handwerk erlernen: „Architekten mit Maurerlehre wissen, was auf der Baustelle läuft.“

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