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Drogenkonsum
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Crystal Meth Experte warnt vor Ausbreitung in ganz Deutschland

„Es ist längst auch in Karlsruhe, Saarbrücken und München angekommen.“

Berlin – Nach dem Rekordfund von 2,9 Tonnen der Crystal-Meth-Chemikalie Chlorephedrin in Leipzig und Prag warnt Deutschlands führender Suchtmediziner Roland Härtel-Petri vor der Ausbreitung von Crystal Meth in ganz Deutschland.

„Es ist ein Irrglaube anzunehmen, Crystal sei nur entlang der tschechischen Grenze ein Problem. Es ist längst auch in Karlsruhe, Saarbrücken und München angekommen“, sagte Härtel-Petri der „Welt“. Schon auf den Schulhöfen in Franken tauschten sich Dealer aus und bahnten ihre Geschäfte an.

„Außerdem wird die Droge in Braunschweig, Köln, Hannover, Leipzig und vor allem Berlin in Darkrooms in der homosexuellen Szene konsumiert“, sagte Härtel-Petri, der jahrelang das Therapiezentrum für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängige in Hochstadt/Main geleitet hat.

Der Großteil des in Deutschland verkauften Crystal Meth stammt aus Tschechien und wird auf den Asia-Märkten an der deutsch-tschechischen Grenze verkauft. Härtel-Petri kritisiert die mangelnden Kontrolle dieser Märkte und fordert ein Verbot: „Deutsche Politiker sollten mehr auf ihre Kollegen in Tschechien einwirken, damit die Märkte besser kontrolliert oder besser noch verboten werden“, sagte Härtel-Petri.

Denn auf tschechischer Seite gebe es „offenbar politische Entscheidungen, diese Märkte unbehelligt zu lassen. Die Gemeinden partizipieren enorm daran. Manche sagen, es handele sich um klassische Mafia-Strukturen.“

Deutschland brauche außerdem mehr medizinische Experten, die sich mit Crystal Meth auskennen. „In der Therapie ist es wichtig, dass ein Crystal-Abhängiger nach seinem Anruf innerhalb von 24 Stunden einen Termin bekommt. Davon sind wir noch weit entfernt“, sagte der Mediziner.

19.11.2014 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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