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Bundesagentur für Arbeit

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23.04.2015

Bericht Zu wenige Arbeitsvermittler bei der Bundesagentur für Arbeit

Nur 41% der BA-Beschäftigten unmittelbar mit der Arbeitsvermittlung befasst.

Berlin – Für die Vermittlung von Erwerbslosen stehen in der Bundesagentur für Arbeit nur halb so viele Mitarbeiter zur Verfügung wie eigentlich vorgesehen. Anstelle der avisierten 80 Prozent seien nur 41 Prozent der BA-Beschäftigten unmittelbar mit der Arbeitsvermittlung befasst, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen.

Auch die angestrebten Betreuungsschlüssel zwischen Vermittlern und ihren Kunden würden faktisch weit verfehlt. Den offiziellen Angaben zufolge sei die Personalausstattung der BA zwar im Lot. Bezogen auf 2014 gibt die Bundesregierung den Betreuungsschlüssel für unter 25-Jährige mit 1:70 und für die übrigen Erwerbslosen mit 1:147 an. Damit wären die Zielvorgaben von einem BA-Vermittler auf höchstens 75 junge Arbeitslose und einem BA-Betreuer für 150 ältere Kunden mehr als erfüllt.

Diese Zahlen stellen allerdings nach Ansicht der arbeitsmarkpolitischen Sprecherin der Grünen, Brigitte Pothmer, „eine Vortäuschung falscher Tatsachen“ dar. In Wahrheit seien viele der mitgezählten BA-Bediensteten gar nicht in der Vermittlung tätig. „Es handelt sich beispielsweise um Beschäftigte beim Empfang, des Telefonservices oder um Teamleiter“, sagte Pothmer der Zeitung. Dies gehe aus der Antwort der Arbeitsministerium klar hervor.

In der Tat ist dort von einer „zugrunde liegenden Berechnungslogik“ die Rede, die auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in „vorgelagerten Aufgaben“, etwa „in den Eingangszonen“ der Arbeitsagenturen, erfasse. „Unter ausschließlicher Berücksichtigung der Vermittlungsfachkräfte“ ergäben sich Betreuungsschlüssel von 1:145 für unter 25-Jähriger und von 1:195 für über 25-Jährige, mithin drastisch schlechtere Relationen als angepeilt.

In Augen der grünen Arbeitsmarkexpertin ergibt sich daraus nicht so sehr ein statistisches, als ein inhaltliches Manko. Schließlich hätten Modellprojekte unzweifelhaft den Wert einer intensiven Betreuung durch BA-Vermittler und einer guten Personalausstattung aufgezeigt. „Für die Chancen auf eine neue Stelle ist das neben den Qualifizierungs- und Förderangeboten von zentraler Bedeutung“, sagte Pothmer.

Der vom Arbeitsministerium angegebene Vermittler-Anteil von nur 41 Prozent der BA-Beschäftigten sei auf die immer komplexeren Hartz-IV-Regelungen und den bürokratischen Aufwand für das Bildungs- und Teilhabepaket verursacht worden.

Während die Jobcenter unter dem Verwaltungsaufwand ächzten, komme die Bundesregierung mit den angekündigten Rechtsvereinfachungen im Hartz-IV-Bereich nicht voran, kritisiert die Grünenpolitikerin. „Statt schnell für eine Entbürokratisierung des Systems zu sorgen, streiten sich die Koalitionäre seit Monaten wie die Kesselflicker um Details. Leidtragende sind die Jobcenter-Beschäftigen.“

Vor diesem Hintergrund fordert Pothmer, die vom Mindestlohn bewirkten Einsparungen der BA für aufstockende Leistungen zwischen 700 und 900 Millionen Euro pro Jahr in die Personalausstattung der Jobcenter zu investieren, um passgenaue Beratung und Vermittlung zu ermöglichen.

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