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Daniel Bahr

© Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde

01.09.2013

Bahr Krankgeschriebene vor Kassenwillkür schützen

„Jeder Einzelfall muss gewürdigt werden.“

Berlin – Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will es den gesetzlichen Krankenkassen erschweren, krankgeschriebene Arbeitnehmer in den Job zurückzuschicken. „Natürlich müssen die Kassen nachprüfen, ob hinter einer Krankmeldung auch wirklich eine Krankheit steckt“, sagte Bahr der „Welt“. „Falls Krankschreibungen pauschal, massenhaft und nur nach Durchsicht der Akten zurückgewiesen werden, dann ist das nicht in Ordnung.“

Bahr sprach sich dafür aus, in Zweifelsfällen genaue Untersuchungen zur Pflicht zu machen. „Jeder Einzelfall muss gewürdigt werden“, sagte der FDP-Politiker. „Wir haben es schon in der Pflege erreicht, dass Begutachtungen nicht allein nach Aktenlage geschehen. Der Betroffene muss angeschaut werden.“

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 200.000 krankgeschriebene Arbeitnehmer von den Krankenkassen wieder zurück an ihren Arbeitsplatz beordert. Das geht aus Daten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) hervor. Demnach hatten die gesetzlichen Krankenkassen den Medizinischen Dienst im vergangenen Jahr in rund 1,5 Millionen Fällen gebeten, eine ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit medizinisch zu überprüfen. In mehr als 234.000 Fällen urteilten die Gutachter des MDK, dass es aus medizinischer Sicht keinen Grund für die Fortsetzung der Arbeitsunfähigkeit gegeben habe und sie deshalb innerhalb von zwei Wochen beendet werden könne.

„Es gibt Kassen, die von vornherein Krankschreibungen abgelehnt und dann darauf gesetzt haben, dass die Betroffenen sich nicht dagegen wehren“, kritisierte Bahr.

Tendenziell sinkt offenbar die Zahl der umstrittenen Krankschreibungen: Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle, die den Medizinischen Diensten zur Begutachtung vorgelegt werden, geht seit einigen Jahren zurück.

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