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Zugschaffner am Bahnsteig

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14.08.2013

Bahnchaos in Mainz Hermann sieht Versagen beim Bund

Negativ-Image der Bahn werde verschärft.

Stuttgart – Für den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann ist die Misere in Mainz auf „eklatantes Managementversagen“ bei der Bahn zurückzuführen. Aber auch der Bund habe seine Eigentümerverantwortung nicht wahrgenommen, in Verbindung mit einer „auf Rendite getrimmten Unternehmenspolitik zu Lasten des Personals“, sagte Hermann der „Stuttgarter Zeitung“.

Offenbar sei es Bahnchef Grube nicht gelungen, den Kurs seines Vorgängers Hartmut Mehdorn, der das Unternehmen an die Börse bringen wollte, nachhaltig zu korrigieren. So gebe es schon länger nicht genügend Lokführer und Stellwerker. Die Personaldecke sei so dünn, dass sich schon Leihfirmen darauf spezialisiert hätten, bei der Bahn Lücken zu stopfen – etwa bei den Lokführern. Hermann kritisierte auch die niedrige Bezahlung in diesen verantwortungsvollen Bereichen. Auch deshalb fehle es an Nachwuchs.

Der Verkehrsminister hält die Vorgänge in Mainz auch deshalb für fatal, weil sie das Negativ-Image der Bahn verschärften. Millionenteure Werbekampagnen und die Anstrengungen der Politik, Menschen zum Umsteigen auf die umweltfreundliche Bahn zu bringen, des Unternehmens würden so konterkariert.

Er könne nicht nachvollziehen, dass die Verantwortlichen auf Managementebene die Brisanz der Probleme nicht erkannt haben. Sie hätten in jedem Fall verhindern müssen, dass die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt zeitweise vom Fernverkehr abgehängt wird.

Hermann kritisierte aber auch Patrick Döring. Der Generalsekretär der FDP hatte gefordert, die Bahn solle Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückbeordern. Dies sei populistisch. Als Abgeordneter der Regierungskoalition und Mitglied des Aufsichtsrates der Bahn hat er seit 2009 genug Zeit gehabt Mängel aufzudecken und Verbesserungen einzuleiten.

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