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03.10.2017

Außenwirtschaftsreport 2017 Deutsche Wirtschaft beklagt Zunahme von Handelshürden

„Die gegenwärtige politische Situation in der Türkei sorgt für Verunsicherung.“

Berlin – Die deutsche Wirtschaft hat zunehmende Handelshürden und einen weltweiten Trend zum Protektionismus beklagt. „Die Unternehmen haben mit immer mehr Anforderungen, Regulierungen und Hemmnissen im internationalen Handel zu kämpfen“, heißt es im Außenwirtschaftsreport 2017 des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), über den die „Welt“ berichtet.

„Vor allem lokale Zertifizierungen im Lebensmittel- und Gesundheitsbereich und verstärkte Sicherheitsanforderungen bremsen das Geschäft“, ergab die Befragung unter 79 Industrie- und Handelskammer.

„Der Trend zu mehr Protektionismus im internationalen Handel nimmt zu. Deutsche Unternehmen sehen sich mit immer mehr Regulierungen und Hemmnissen konfrontiert“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. „Die Rekordzahl von über 410.000 Beratungen, die die IHKs im Bereich Zoll und Außenwirtschaftsrecht 2016 geleistet haben, zeigt dies leider deutlich.“

Durch neue Bestimmungen und verstärkte Kontrollen von Waren, aber auch der Nachweise, ob beispielsweise Mindestlöhne gezahlt würden, würden immer neue Handelshürden errichtet. „Der diesjährige Außenwirtschaftsreport zeigt, dass bereits heute viele Unternehmen an Belastungsgrenzen im Zusammenhang mit der Einhaltung bestehender Exportkontrollvorschriften stoßen“, heißt es im Report des DIHK.

Dabei sorgen sich die Unternehmen derzeit weniger um den Kurs der USA unter Präsident Donald Trumps, sondern um die Maßnahmen der Türkei. „Die gegenwärtige politische Situation in der Türkei sorgt für Verunsicherung, die gemeinsam mit der steigenden Zahl von Handelshemmnissen die Geschäftsaussichten trübt“, heißt es in dem Außenhandelsreport. Mehr als 6.800 deutsche Unternehmen sind in der Türkei derzeit aktiv.

Doch auch in den deutschen Nachbarländern steige die Flut von Nachweisen, die man beim internationalen Handelsaustausch erbringen müsse. Durch neue Auflagen sei eine kurzfristige Entsendung von Servicemitarbeitern, beispielsweise zu Wartungs- und Montagarbeiten kaum mehr möglich. Länder wie Österreich, Italien oder Frankreich würden diese Entsendungen immer schwerer machen.

„Unternehmen bewegen sich bei ihren europäischen und internationalen Geschäften in einem immer komplexeren Umfeld. Damit wird das internationale Geschäft risikobehafteter und teurer“, so DIHK-Außenwirtschaftschef Treier. „Gerade klein- und mittelständische Betriebe drohen im Hürdenlauf der Zollbürokratie den Überblick zu verlieren und Wettbewerbsnachteile zu erleiden. Angesichts der Bedeutung der Außenwirtschaft für Deutschland ist es das Gebot der Stunde, sich im internationalen Handel für faire Bedingungen einzusetzen.“

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