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Amazon zieht Konsequenzen

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19.02.2013

Leiharbeiter-Skandal Amazon zieht Konsequenzen

Film zu Arbeitsbedingungen wird millionenfach abgerufen.

Berlin – Nach der Kritik an den Arbeitsbedingungen seiner Leiharbeiter hat der weltgrößte Online-Versandhändler Amazon erste Konsequenzen gezogen. Das Unternehmen trennte sich von zwei Dienstleistern, wie es auf seiner Internetseite mitteilte. Die ARD-Dokumentation, die die Missstände aufdeckte, wird online derweil millionenfach abgerufen. Bis zum Dienstagnachmittag wurde sie 1,5 Millionen Mal angesehen. Und die Zugriffe stiegen weiter stark, sagte ein ARD-Sprecher. Bei der Ausstrahlung im Fernsehen hatten vergangene Woche gut zwei Millionen Zuschauer eingeschaltet.

In der ARD-Sendung war angeprangert worden, dass Arbeitssuchende in Osteuropa und Spanien für das Unternehmen mit falschen Angaben zur Entlohnung angeworben und in überfüllten Feriendörfern untergebracht wurden. Ein Sicherheitsdienst mit Verbindungen zur Neonazi-Szene soll sie dort penibel überwacht haben.

Die Grünen im hessischen Landtag fordern deshalb von der Landesregierung die Einberufung eines sogenannten Runden Tischs. In dem Gremium sollten Arbeitnehmervertreter der betroffenen Firmen sowie Vertreter der Bundesagentur für Arbeit beteiligt werden, um Missstände künftig auszuschließen, sagte der wirtschaftspolitische Fraktionssprecher Kai Klose. Auf einer Online-Plattform fanden sich derweil knapp 27.000 Unterstützer für einen offenen Brief an Amazon.

Sicherheitsdienst will umstrittene Mitarbeiter überprüfen

Amazon bemüht sich derweil um Schadensbegrenzung. „Es ist uns eindeutig nicht gelungen, die Einhaltung unserer hohen Standards auch durch den Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte bei unseren Zeitarbeitskräften verantwortlich war, zu gewährleisten“, teilte das Unternehmen mit. Amazon sei verantwortlich dafür, dass alle Beschäftigten der Logistikzentren jederzeit sicher sind und mit Respekt und Würde behandelt werden, hieß es in der Stellungnahme weiter.

Die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, das für Unterbringung und Transport von Beschäftigten sowie für den Einsatz der Sicherheitskräfte verantwortlich war, sei daher beendet worden. Bereits am Montagmittag hatte der US-Konzern bekanntgegeben, dass er die Zusammenarbeit mit einer umstrittenen Sicherheitsfirma beendet habe.

Der Sicherheitsdienst wies einen Teil der Vorwürfe, die in der Reportage gemacht wurden, zurück. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, Mitarbeiter auf eine etwaige rechtsradikale Gesinnung zu überprüfen. Zudem sollen Ausstatter überprüft werden, die angeblich im Zusammenhang mit Rechtsradikalismus stehen.

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