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Bundesagentur für Arbeit

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12.03.2014

Altenpflege BA warnt vor stärkerem Fachkräftemangel

„Wir müssen die Situation entschärfen.“

Berlin – Die Bundesagentur für Arbeit (BA) warnt vor einem sich verschärfenden Fachkräftemangel in der Altenpflege. „Es gibt derzeit einen gravierenden bundesweiten Mangel an Altenpflegekräften“, sagte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker der „Welt“. Einer neuen Analyse zufolge ist im Bereich der Altenpflegefachkräfte „eine deutliche Fachkräftemangelsituation erkennbar“, heißt es in der Publikation „Arbeitsmarkt Altenpflege“ aus dem Februar, die der „Welt“ vorliegt.

Es mangelt demnach vor allem an ausgebildeten, examinierten Fachkräften, die eine Berufsausbildung von mindestens zwei bis drei Jahren durchlaufen haben. Bei den Altenpflegehelfern, die maximal ein Jahr ausgebildet wurden, zeigen sich den Informationen zufolge noch keine Engpässe.

Die Zahl der gemeldeten Stellen für examinierte Altenpflegekräfte habe die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen im Januar „deutlich überschritten“, heißt es in dem Report. Im Schnitt der vergangenen zwölf Monate seien auf 100 gemeldete Stellen lediglich 42 arbeitslose Altenpflegefachkräfte gekommen.

Es handele sich dabei um einen flächendeckenden Mangel – denn diese Situation stelle sich in allen Bundesländern ähnlich dar. Gemeldete Stellen bleiben bei examinierten Altenpflegern im Januar 131 Tage unbesetzt. Zum Vergleich: Im Januar 2009 waren es nur 66 Tage. Über alle Anforderungsniveaus hinweg beträgt die Vakanzzeit gesamtwirtschaftlich nur 78 Tage.

„Damit sich die Engpässe nicht weiter verstärken, müssen wir jetzt handeln. Wir müssen die Situation entschärfen“, sagte Becker. Der BA-Vorstand setzt auch auf die Zuwanderung aus Drittstaaten, er rechnet damit, dass in fünf bis zehn Jahren fünf bis 7.000 Pflegekräfte aus Ländern außerhalb der Europäischen Union kommen. „Doch das reicht nicht“, so Becker. „Wir müssen noch aktiver in den Ländern für Deutschland als Zielland werben“. Zudem müsse die Anerkennung der beruflichen Abschlüsse aus dem Ausland „noch schneller funktionieren“.

Becker zufolge muss der Beruf attraktiver gemacht werden. „Die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, denn die Verweildauer in dem Beruf ist zu kurz“, fordert Becker. Auch deshalb sei der Fachkräftemangel so ausgeprägt. „Die Anforderungen an das Personal sind sehr hoch. Das macht sich durch lange Arbeitszeiten sowie große körperliche und psychische Belastungen bemerkbar. Ich glaube auch, man muss über die Bezahlung in diesem Beruf nachdenken.“

Auch Karl-Josef Laumann (CDU), der Bevollmächtigter der Bundesregierung für die Pflege ist, fordert in der „Welt“ eine bessere Bezahlung der Fachkräfte: „Die Bezahlung nach Tarif sollte die Norm werden. Hier gibt es große regionale Unterschiede in Deutschland“, so Laumann. Die untertarifliche Bezahlung sei nicht in Ordnung.

„Um dies zu ändern, müssen auch steigende Pflegesätze in Kauf genommen werden. Aus der geplanten Erhöhung von 0,5 Prozentpunkten des Pflegebeitragssatzes in dieser Legislaturperiode muss auch Geld am Pflegebett ankommen. Und das heißt auch, dass die Pflegekräfte höhere Löhne bekommen müssen“, so Laumann.

Laumann plädiert zudem dafür, die Ausbildung umsonst anzubieten. Pflegeschüler müssten ihre Ausbildung überall umsonst bekommen, so Laumann. „Es kann nicht sein, dass ein Arzt vielerorts ohne Studiengebühren seine Abschlussprüfung machen kann und Pflegekräfte in manchen Bundesländern dafür zahlen müssen. Diese Gebühren müssen in ganz Deutschland abgeschafft werden“.

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