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10.11.2010

30 Millionen Euro aus Hilfsfonds für Holocaust-Opfer veruntreut

New York – Bei der jüdischen Claims-Conference für Holocaust-Opfer in New York sind vermutlich circa 30 Millionen Euro veruntreut worden. Mittlerweile sind 17 Personen, darunter der Stiftungsdirektor und sechs Mitarbeiter der Conference on Jewish Material Claims Against Germany, verhaftet und angeklagt worden, hieß es von der New Yorker Staatsanwaltschaft am Dienstag. Den Angeklagten drohen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Die Tatverdächtigen sollen in den vergangenen 16 Jahren zahlreiche Anträge auf finanzielle Mittel aus den Hilfsfonds für jüdische Holocaust-Opfer gefälscht und eingereicht haben.

Beide Fonds, der Hardship- und der Artikel-2-Fonds, sind für die Entschädigung und Unterstützung von jüdischen Opfern des Nationalsozialismus bestimmt. Der Hardship Fonds sieht eine Einmalzahlung in Höhe von rund 2.600 Euro an NS-Opfer vor, die während des „Dritten Reichs“ aus ihren Wohnorten vertrieben wurden. Der sogenannte Artikel-2-Fonds unterstützt Holocaust-Überlebende, die weniger als 11.500 Euro im Jahr zur Verfügung haben.

Die Mitarbeiter des Fonds rekrutierten über russischsprachige Zeitungen in New York russische Auswanderer. Diese wurden mit gefälschten Unterlagen auf die Entschädigungsanträge vorbereitet. Dabei seien vielfach die Erlebnisse der Auswanderer „manipuliert und auf die Vorgaben des Fonds zurechtgeschneidert“ worden, so Staatsanwalt Preet Bharara.

2009 sei anderen Angestellten der Fonds schließlich aufgefallen, dass mehrfach ähnliche Begründungen verwendet wurden. Das FBI hatte daraufhin die Ermittlungen aufgenommen.

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