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Weltmeister Sebastian Vettel kritisiert Techniktrend in Formel 1

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13.02.2011

Weltmeister Sebastian Vettel kritisiert Techniktrend in Formel 1

Heppenheim – Weltmeister Sebastian Vettel kritisiert den Trend in der Formel 1, mit neuen Techniken in den Wettbewerb einzugreifen. „Ich sehe eine Gefahr vor allem darin, dass die kleine Raupe Nimmersatt vor dem Fernseher sitzt und sich immer mehr Unterhaltung wünscht“, sagte Vettel im „Spiegel“-Gespräch. „Deswegen geht die Formel 1 immer radikalere Wege. Es wird immer mehr investiert, damit die Show besser und besser wird. Ich frage mich, ob das notwendig ist.“

So werden dieses Jahr in den Rennwagen zwei Systeme eingeführt, um das Überholen zu erleichtern. Das Kers, eine Art Hybridantrieb für zusätzlichen Leistungsschub, sowie ein verstellbarer Heckflügel werden per Knopfdruck vom Cockpit aus aktiviert. „Im Moment, bei den Testfahrten vor dem Saisonauftakt, läuft für uns die Experimentierphase. Ob im Reglement in den verbleibenden vier Wochen alles so bleibt wie jetzt beschlossen, da bin ich mir nicht sicher.“ Sollte sich herausstellen, dass die Unfallgefahr ansteigt, würden die Fahrer reagieren. „Sobald ein kritischer Punkt erreicht wäre, würden wir uns zusammensetzen und beratschlagen. Es geht um unsere Sicherheit.“

Den Trend zu immer jüngeren Champions erklärt Vettel, 23, mit gezielter Jugendförderung: „Kinder haben inzwischen die Möglichkeit, schon im Alter von sechs, sieben Jahren im Kart zu sitzen. So können sie ihr Fahrgefühl entwickeln und Erfahrung sammeln – ich habe ja selbst davon profitiert“, sagt er. „Der Motorsport ist viel professioneller geworden.“

Alter und Intelligenz spielten eine Rolle für den Erfolg. „Entscheidend ist allerdings, wie viel Kapazität ich noch frei habe, während ich auf der Strecke bin. Worauf zu achten ich schaffe. Scheint die Sonne, ziehen Wolken auf? Der eine sieht den Regen vorher kommen, der andere bemerkt ihn erst, wenn ein Tropfen auf dem Visier zerplatzt – oh, was jetzt?“

Über den Marathon von Auftritten, den er in den Wochen nach dem WM-Sieg absolvierte, sagt Vettel: „Es war positiver Stress. Wenn einem Tausende Leute zujubeln, verleiht einem das Kraft. Und ich hatte ja den Vergleich mit dem Vorjahr. 2009 war ich Zweiter in der Weltmeisterschaft geworden – zehnmal lieber das volle Programm!“

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