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Mesut Özil Deutsche Nationalmannschaft

© Pressefoto Ulmer, über dts Nachrichtenagentur

03.09.2017

Kritik nicht verständlich Mesut Özil betet während Nationalhymne

„Ich denke nicht, dass ich das ändern werde.“

Frankfurt – Der deutsche Fußball-Nationalspieler Mesut Özil will auch künftig nicht die Nationalhymne mitsingen.

„Ich denke nicht, dass ich das ändern werde. Ich bete, während die Hymne gesungen wird“, sagte er der „Welt am Sonntag“. „Das ist mein Ritual. Ich bitte Gott um das Beste für das Team und mich, ich bitte ihn darum, dass wir alle gesund bleiben. Das wird auch so bleiben.“

Dass es Kritik an seinem Verhalten gebe und es immer wieder ein Thema sei, könne er nicht verstehen: „Manche Spieler singen eher innerlich, manche so laut, dass es jeder sieht. Manche wollen damit auch zeigen: Ich bin da. Das respektiere ich. So wie jeder respektieren sollte, dass ich während der Hymne bete.“

Özil will das als Teil seines Glaubens verstanden wissen und verteidigt seine Haltung. Äußeres Zeichen: der Satz „Only god can judge me“, den er sich auf den Arm tätowieren ließ. „Es war schon immer so, dass Menschen in mein Leben kommen wollten – mal mit guten, mal mit schlechten Absichten. Und ich muss damit leben, dass Leute über mich urteilen, die mich nicht gut kennen. Am Ende des Tages ist das egal, am Ende des Tages entscheidet alles Gott. Deswegen ist es mir wichtig, diesen Satz immer bei mir zu tragen“, sagte er.

Obwohl Özil noch nicht absehen könne, wie lange seine Profikarriere noch andauere, freue er sich aber jetzt schon auf die Zeit danach. „Darauf, endlich wieder die Dinge tun zu können, die ich in meiner Kindheit so geliebt habe und jetzt gerade nicht tun kann“, sagte Özil. „Einfache, aber schöne Sachen. Sich zum Beispiel mit Freunden entspannt ins Kino setzen. Oder bowlen gehen. Und ich freue mich, mehr Zeit zu haben.“

Einen besonderen Traum habe er zudem. Er träume besonders von „einer Weltreise. Als ich klein war, hatten wir kein Geld zum Reisen“, sagte Özil. „Ich musste immer in Gelsenkirchen bleiben, konnte höchstens mal nach Mülheim fahren. Heute habe ich die finanziellen Möglichkeiten, aber keine Zeit, und durch meinen Bekanntheitsgrad wäre es wahrscheinlich auch nicht wirklich entspannt.“ Inzwischen sei er durch den Fußball zwar viel rumgekommen, er konnte „bis auf Hotels und Stadien aber meist nicht viel sehen“.

Besonders stark sei in ihm zwei Reisewünsche: „Die Chinesische Mauer möchte ich unbedingt sehen“, sagte Özil. „Und in der Türkei gibt es viele Sehenswürdigkeiten, die ich besuchen möchte.“

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