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Vom „Weltbesten zum Buhmann der Woche

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23.01.2012

Manuel Neuer Vom „Weltbesten“ zum Buhmann der Woche

Nach seinem Missgeschick wird Manuel Neuer überraschend deutlich kritisiert.

München – Den ersten Fehler der Rückrunde konnte Manuel Neuer schnell wieder gut machen. Für sein Zuspätkommen bei Bayern Münchens Treffpunkt zum Abflug ins Trainingslager nach Katar lud der Nationaltorhüter das Team noch in Doha ins noble Restaurant “La Cigale” zu einem Festschmaus ein. Eine Entschuldigung sollte das sein, zudem ein verspäteter Einstand – obwohl der 25-Jährige noch gar nicht angekommen scheint beim Rekordmeister. Seit dem spielentscheidenden Patzer beim 1:3 (0:2) zum Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach hagelt es Kritik für den “besten Torhüter der Welt”.

“Ein schlechter Rückrundenauftakt für uns und ein blöder Fehler von mir”, kommentierte Neuer seinen Fauxpas vom Freitag auf seiner Facebook-Seite: “Mehr gibt es zu diesem Spiel nicht zu sagen.” Kurz und bündig, denn Neuer will seinen zweiten großen Patzer im Bayern-Trikot am liebsten sofort vergessen. Sein Fehlpass in die Füße von Marco Reus hatte die Niederlage eingeleitet, die die Bayern zum Verlierer des 18. Spieltages machen. Nicht nur in den 1.975 Kommentaren unter Neuers Facebook-Eintrag geht die Angst um, dass der schlechte Start dem Tabellenführer auch das Selbstvertrauen nimmt – und zum Verlierer der Rückrunde macht.

Für Neuer ist es höchste Zeit, sich zu beweisen. Einen Sieg hielt der “Toptransfer der vergangenen Jahre” (Uli Hoeneß) den Bayern in bisher 27 Pflichtspielen fest. In beiden Spielen gegen Gladbach und in Mainz aber hatte er maßgeblichen Anteil an den Niederlagen. “Ich würde sagen, von einem der besten Torhüter der Welt sollte man meinen, dass er einen fast runden Ball trifft”, kritisierte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer überraschend direkt auf “Sky”. Auch Heynckes hatte die unantastbare Nummer eins im Bayern-Tor noch am Freitagabend zum ersten Mal öffentlich angegriffen.

“Er müsste das einfach etwas ruhiger machen, etwas bedächtiger, etwas konzentrierter, einfach Tempo rausnehmen”, sagte der 66-Jährige, “das ist sein Problem.” Der Vorwurf verwunderte insofern, da Neuer als Pionier des modernen Torwartspiels bisher immer dafür gelobt wurde, das Spiel schnell zu machen. Seine langen, aber präzisen Abwürfe galten vor allem in seiner besten Zeit bei Schalke 04 als die Fähigkeit, die ihm das Prädikat “Weltklasse” verlieh.

“In solchen Situationen aber merkt man, dass ihm noch Erfahrung fehlt”, sagte Torhüter-Legende Jean-Marie Pfaff der Münchner “Abendzeitung”. Ein paar “schöne Punkte” habe Neuer den Bayern schon verloren: “Viele Fehler darf er sich nicht mehr erlauben in dieser Saison.”

Harte Worte, die von allen Seiten auf den ehemaligen Schalker einprasseln. Zwar verteidigten Bastian Schweinsteiger (“Passiert ihm einmal von 1.000 Mal”) und letzten Endes auch Heynckes (“Muss Stil nicht verändern”) den Nationalspieler. Es bleibt aber zumindest öffentlich der Zweifel, ob Neuer der Aufgabe im Bayern-Tor momentan gewachsen ist. Seltsam ruhig, fast wie im Tunnel, wirkte er schon im Trainingslager mit Blick auf die Rückrunde, an deren Ende – mit seiner Hilfe – drei Titel stehen sollen. Der Druck von rund 18 Millionen Euro Ablöse scheint ihn (noch) zu hemmen.

Obwohl er die Wahl zum besten Torhüter der Hinrunde gewann: Der “kicker” stufte Neuer bereits aus der Kategorie “Weltklasse” zu “Internationaler Klasse” ab. Die Umstellung zum teils beschäftigungslosen Schlussmann fiel ihm schwer, das gibt Neuer zu. Kommt es hart auf hart, muss er ab jetzt aber da sein: Mit einer Einladung zum Essen wird der Verlust der Meisterschaft in München nicht zu entschädigen sein.

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