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Kampf um die TV-Rechte spitzt sich zu

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07.02.2012

Bundesliga Kampf um die TV-Rechte spitzt sich zu

Drei Parteien kämpfen um die Live-Rechte – 30 Interessenten für 23 Rechtepakete.

Frankfurt – Zur Freude der Deutschen Fußball-Liga (DFL) bleibt die Bundesliga die heißeste Ware bei den Live-Sportrechten. Für die Vergabe der Inlands-Medienrechte für die Spielzeiten ab 2013/14 bis 2016/17 werden sich mehrere Anbieter streiten. Bisher zahlte der Pay-TV-Sender Sky durchschnittlich eine viertel Milliarde Euro pro Saison, insgesamt nahm die DFL aus den Medienrechten in Deutschland 412 Millionen pro Spielzeit ein. Durch eine neue Konkurrenzsituation kann die DFL mit einer deutlichen Einnahmesteigerung rechnen. Speziell die Live-Rechte der Bundesliga, das teuerste Stück des Kuchens, sind begehrt und sowohl für Sky wie auch für die Telekom von höchster Bedeutung.

Am Donnerstag endet die Einschreibefrist für das beginnende Bieterverfahren, in dem die DFL 23 verschiedenen Sendepakete offeriert. Rund 30 Interessenten sollen sich gemeldet haben. Diesmal hat das Bundeskartellamt alle DFL-Pläne, die vor vier Jahren noch durchkreuzt wurden, gutgeheißen. Die unter Leitung von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, einem ausgewiesenen Fachmann für den Rechtehandel, entstandenen Verwertungspakete, könnten zu zehn, maximal sogar zu 20 Prozent höheren TV-Einnahmen für die 36 Vereine der ersten und zweiten Bundesliga führen. Dies sind jedoch lediglich Schätzungen von Experten. Die DFL beabsichtigt, ihre Medienpartner für die nächsten Jahre und ihre neuen Einnahmen im Mai bekannt zu geben.

Für die künftige Verwertung haben sich Allianzen gebildet. Getrennt marschieren, gemeinsam zuschlagen lautet das Credo der Sky-Konkurrenz. Entgegen früheren Berichten will die Telekom aber nicht als Bietergemeinschaft mit Dieter Hahns Agentur KF15/Sirius, sondern alleine für das komplette Live-Paket der Übertragungsrechte für die Bundesliga bieten. Bisher hat das Unternehmen neben den Mobilfunk-Übertragungsrechten nur die Rechte für den Verbreitungsweg IPTV, bei dem Fernsehen über Internet empfangbar ist. Um das wenig angenommene Angebot “Liga total” auf Entertain aus der Nische zu holen, könnte ein zusätzlicher Verbreitungsweg ideal sein. “Für die Telekom ist es attraktiv, die Inhalte, zumindest zum Teil, über Satellit liefern zu können”, sagt der Hamburger Medienexperte und Hochschuldozent Hardi Dreier.

Zahlreiche Konkurrenten bedrohen die “Sportschau”

Die Kabelrechte würde die Telekom dann voraussichtlich weiter an KF15/Sirius weitergeben. Die Agentur von Hahn, dem Ziehsohn des verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch, soll schon entsprechende Vorverträge mit deutschen Kabelnetzbetreibern ausgearbeitet haben. Hier drohen Kollisionen mit Sky, das die Bundesliga aus strategischen Gründen ebenfalls dringend braucht. Erstmals nach geschäftlich schwachen Jahren sieht das Unternehmen einen Silberstreif am Horizont. 2011 wurde die seit Jahren angestrebte Abonnentenzahl von drei Millionen übertroffen. Für 2013 werden endlich schwarze Zahlen erwartet. Für die notwendigen Investitionen der Zukunft stellt der Medientycoon und Hauptaktionär Rupert Murdoch weitere 300 Millionen Euro zur Verfügung. Aber diese Pläne machen nur Sinn, wenn Sky weiter die Bundesliga-Rechte im Portfolio hat.

Nach Informationen des “Hamburger Abendblatt” soll es noch einen weiteren Mitspieler geben. Der Satellitenbetreiber Eutelsat sei ebenfalls interessiert sein, über seinen “Kabelkiosk” beliefert das Unternehmen 3,8 Millionen Haushalte von 270 kleineren Kabelnetzbetreibern.

Mehreinnahmen werden auch bei den Rechten für das frei empfangbare Fernsehen erwartet, wo allerdings die Erlöse nicht so hoch sind wie im Pay-TV. Die ARD mit ihrer “Sportschau” ist durch Internetfirmen wie Yahoo, Google/YouTube, den Medienkonzern Axel Springer oder das Telekommunikationsunternehmen Vodafone unter Druck geraten. Denn mit Genehmigung des Kartellamtes ist auch eine Zusammenfassung des Spieltages im Internet möglich. Die DFL scheint gewillt, den Tabubruch auf die “Sportschau” als Partner zu verzichten, zu wagen, um die modernen Medien mit ins Boot zu holen.

Im frei empfangbaren Fernsehen würden die Höhepunkte erst gegen 22 Uhr gezeigt. Aber auch in diesem Bereich wird noch viel taktiert, die ARD macht “Wahlkampf” für ihre “Sportschau”, die Internet-Anbieter deuteten an, sie könnten auch mit einer Zusammenfassung nach dem Fernsehen leben. Nicht alle Bieter sind bereit, so viel Geld in die Hand zu nehmen wie Sky oder die Telekom. Aber viele Millionen mehr wird die DFL sicher erlösen.

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