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Fragen nach dem FC Bayern stehen auf dem Index

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11.03.2012

Borussia Dortmund Fragen nach dem FC Bayern stehen auf dem Index

Die Dortmunder geben sich nach dem 0:0 betont gelassen.

Augsburg – Bayern? Bayern? Immer wieder diese Bayern! Sebastian Kehl schaute plötzlich im Bauch des Augsburger Stadions drein, als habe er soeben einen Liter Lebertran trinken müssen und wendete sich genervt ab. Im Gehen schreit er noch zurück: „Ich habe die Frage nun schon zum zehnten Mal beantworten müssen. Ich habe jetzt keine Lust mehr.“

Ob das 7:1 des FC Bayern über Hoffenheim ein Thema bei den Dortmundern war? Diese Frage stand am Samstagabend nach dem 0:0 des Tabellenführers beim leidenschaftlich aufspielenden Aufsteiger FC Augsburg auf dem Index. Als der BVB-Kapitän noch geredet hat, sagte er zu den ersten Punktverlusten nach zuvor acht Siegen in Serie: „Wir sind nicht vermessen und arrogant zu glauben, dass wir jedes Spiel gewinnen werden.“

Die Dortmunder nahmen das Ergebnis in Augsburg gelassen, betont geschäftsmäßig zur Kenntnis, sind sie doch nun schon seit 19 Spielen ungeschlagen und haben damit ihren Vereinsrekord aus der Saison 1991/1992 eingestellt. Unangenehm wie auf den Besuch beim Zahnarzt reagierten sie nur bei Nachfragen zum Thema FC Bayern. Auf fünf Punkte reduzierte sich der Vorsprung des Meisters auf die Münchner. Niemand auf Dortmunder Seite scheint sich damit groß zu beschäftigen, ob sie nun sieben, sechs oder fünf Punkte vor den Bayern in der Tabelle liegen.

„Für die Motivationslage anderer Vereine bin ich nicht zuständig“, sagte der BVB-Sportdirektor Michael Zorc zunächst etwas hölzern, um dann deutlicher zu werden: „Was die Bayern machen, interessiert mich nicht.“ Nationalspieler Mats Hummels, dessen Vater bei den Bayern als Jugendmanager arbeitet, bestätigte zwar, dass die Mannschaft das Spiel des Rekordmeisters gegen Hoffenheim im Fernsehen gesehen habe, das Interesse nach dem fünften Treffer aber verlor. „Außerdem mussten wir uns ja auf unser Spiel vorbereiten“, sagte der Innenverteidiger.

Ob Dortmund nun im Meisterrennen einen Punkt gewonnen oder zwei verloren hat, darauf wollte sich niemand festlegen lassen. Öffentlich spricht ja bei Dortmund kaum jemand offen über die Aussichten im Titelkampf. Interessant war aber, das Fanverhalten nach dem Schlusspfiff zu betrachten. Sowohl der Augsburger als auch der Dortmunder Anhang erwiesen ihren Mannschaften lautstarken Applaus, wobei der Jubel auf Schwabenseite fast schon zu frenetisch ausfiel. Auch Dortmunds Trainer Jürgen Klopp, der in der Kurve die BVB-Anhänger mit wilden Gesten zu weiteren Zuneigungsbekundungen animierte, sprach hinterher davon, dass er mit dem Punkt sehr gut leben könne.

„Wir haben nicht mehr verdient, weil wir nicht so viele Torchancen herausspielen konnten wie zuletzt“, sagte er. In der Pause versuchte der Fußballlehrer, gelungene Aktionen seinen Spielern auf DVD vorzuspielen. „Ich habe mich aber schwergetan, welche zu finden“, sagte Klopp. Auch er wollte nicht sagen, welche Bedeutung dieses 0:0 nun mit Blick auf die mögliche achte Meisterschaft in der Vereinshistorie habe: „Wir machen es wie gehabt und schauen weiter nur auf uns.“

Andreas Rettig wartet derweil auf einen Lastwagen des FC Bayern, am liebsten gefüllt mit vielen leckeren Würstchen vom Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß, wie der FCA-Geschäftsführer bekannte. Peter Hermann, der Assistent von Jupp Heynckes, habe Rettig bei einem Spiel von 1860 München versprochen, dass sich der FC Bayern erkenntlich zeige, wenn sie den Dortmundern Punkte abnehmen werden. „Und Peter ist ein Ehrenmann, der zu seinem Wort steht“, sagte Rettig mit einem Lächeln, „ich gehe davon aus, dass da bald etwas kommt.“

Auch Augsburgs Trainer Jos Luhukay war nach dem 0:0 bester Laune, hatte er doch die Dortmunder mit einer Taktik verwirrt, die man einem niederländischen Trainer gar nicht zugetraut hätte, weil sie altmodischer gar nicht sein könnte: die gute, alte Manndeckung. Hajime Hosogai war seinem japanischen Landsmann Shinji Kagawa bis zu dessen Auswechslung nicht von der Seite gewichen. „Wenn wir aber so den Klassenverbleib schaffen“, sagte Luhukay, „führe ich auch noch den Libero bei uns ein.“

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