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Eine Spritze wird gesetzt

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06.02.2014

Doping bei Olympia Experte warnt vor Vorverurteilung von Sportlern

„Doping ist natürlich nach wie vor ein Problem.“

Berlin – Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Sporthochschule Köln, lehnt eine pauschale Vorverurteilung der Athleten im Zusammenhang mit Doping bei den Olympischen Winterspielen ab. Er sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstagsausgabe): „Doping ist natürlich nach wie vor ein Problem. Aber da eine Dunkelziffer anzugeben, halte ich für schwierig.“

Der Molekularbiologe Perikles Simon hatte zuvor erklärt, „60 Prozent der Sportler“ seien gedopt, der Heidelberger Werner Franke hatte die Spiele in Sotschi als „total verseucht“ bezeichnet. Dazu sagte Schänzer: „Solche Schlagzeilen verkaufen sich immer ganz gut. Ich bin da vorsichtiger.“

Schänzer sieht eine Gefahr vor allem bei den Doping-„Klassikern“: „Ich denke, es wird in erster Linie versucht, mit den Substanzen zu arbeiten, bei denen sich über Jahre eine deutliche Wirkung gezeigt hat. Und mit Substanzen, die eine Ähnlichkeit zu Stoffen haben, die der Körper selbst produziert. Bei Epo und anabolen Steroiden ist das der Fall.“

Ob neue, hoch gefährliche Substanzen zum Einsatz kommen, beurteilt Schänzer zurückhaltend: „GW 1516 und Aicar sind auf die Dopingliste gesetzt worden, weil man im Tierversuch festgestellt hat, dass die Tiere damit ausdauernder wurden. Ob sie der große Renner sind? Ich bin da skeptisch. GW 1516 können wir sehr gut nachweisen. Aicar wird auch im Körper produziert, aber wir haben hier im Haus ein Nachweisverfahren entwickelt.“

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