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Solbakken scherzt und stichelt

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06.02.2012

1. FC Köln Solbakken scherzt und stichelt

Beim 1. FC Köln ist die Kluft zwischen Trainer und Sportdirektor Finke spürbar.

Kaiserslautern – Stale Solbakken war zum Scherzen aufgelegt. “Seht. Immer wenn wir gewonnen haben, gibt mein Assistent Interviews. Ich glaube, ich werde auch Assistenztrainer”, sagte der Chefcoach des 1. FC Köln nach dem 1:0 (0:0) beim 1. FC Kaiserslautern zu den Journalisten und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: “Oder Sportdirektor.” Eine verbale Spitze gegen “Chefkritiker” Volker Finke, der wenige Meter entfernt seine Sicht der Dinge zum Besten gab, konnte sich Solbakken im Glücksgefühl des Erfolges nicht verkneifen.

So ist der Norweger – Witz, Ironie und Sarkasmus gehören für den 43-Jährigen irgendwie zusammen. Auf die Frage, ob er nun damit rechne, dass Ruhe im Umfeld des Vereins einkehren würde, reagierte der Ex-Coach des FC Kopenhagen mit einem Lachen. Nein, sicher nicht, sagte Solbakken. Mit dem Kommentar zum Siegtorschützen Odise Roshi machte er gleich weiter. “Er hat eine Minute gut gespielt. Nach seinem Tor hat er dann so viel gejubelt, dass er danach wohl zu müde war”, sagte Solbakken über den 20 Jahre alten Albaner: “Da war er in einer anderen Welt. Scheinbar hat er nur noch daran gedacht, dass er nach Hause telefonieren und erzählen muss, wie er sein erstes Tor in der Fußball-Bundesliga gemacht hat.”

Als er den wichtigen Treffer erzielte, war Roshi nach einer Einwechslung exakt erst 99 Sekunden auf dem Platz. Nach einer Ecke köpfte er zum 1:0 ein. Zuvor hatte er mit seinem ersten Ballkontakt Lauterns Torwart Kevin Trapp zu einer Klasseparade gezwungen. Es sei ein “sehr schönes Gefühl” gewesen, sagte Roshi über seinen Treffer, der drei Punkte einbrachte.

Wegen ihm, den Solbakken anstelle des Neuzugangs Chong Tese brachte, konnten sich die Kölner auch ohne den verletzten Nationalspieler Lukas Podolski über den ersten Sieg gegen Angstgegner Kaiserslautern seit 22 Jahren und den ersten Erfolg im Jahr 2012 freuen. Zugleich befinden sich die Rheinländer erstmals seit 2008 als Neunter in der oberen Tabellenhälfte wieder.

Für Karnevalsstimmung und Harmonie hat der Arbeitssieg in Überzahl aber nicht gesorgt. “Wie viele Flanken haben wir zugelassen? Nicht so viele, oder?”, fragte Solbakken in die Runde der Journalisten. Es war eine Anspielung auf die Kritik von Finke nach dem 1:4 gegen Schalke. Es hat den Anschein, dass Solbakken und Finke in Köln keine Freunde mehr werden. Die Disharmonie zwischen den Führungspersonen war auch nach dem Erfolg in der Pfalz spürbar – wie ein gefährliches schwelendes Feuer, das jederzeit zum Ausbruch kommen kann.

“Aber ich muss mit diesem Druck und Theater umgehen”, sagte Solbakken. Finke war unterdessen bemüht, die Unstimmigkeiten beim Transfer von Tese vom Zweitlisten VfL Bochum zu erklären. “Der Trainer hat zugestimmt, aber dass es nicht seine Wunschoption war, können wir so stehen lassen”, sagte der Sportdirektor dem TV-Sender “Sky”.

Während die Kölner sportlich etwas Abstand zur Abstiegszone gelegt haben, bleibt die Lage für Kaiserslautern auf dem Relegationsrang angespannt. “Ein Abstieg würde uns zwei Jahre in unseren Planungen zurückwerfen”, hatte Klubboss Stefan Kuntz schon vor der Niederlage gewarnt. Die Situation ist nicht besser geworden. Zudem wird Ariel Borysiuk nach seinem verpatzten Debüt und der gelb-roten Karte in der 40. Minute im Auswärtsspiel bei Bayern München fehlen. “Der Platzverweis war in Ordnung. Ärgerlicher ist, dass wir wieder ein Gegentor nach einer Standardsituation gefressen haben”, sagte Kapitän Christian Tiffert.

Trainer Marco Kurz will “Ariel wieder aufrichten”. Die Hoffnung auf eine Rettung im Abstiegskampf ist weiterhin vorhanden. “Ich glaube fest an uns”, sagte Olcay Sahan: “Alle Klubs liegen in der Tabelle so eng zusammen. Wir müssen einfach mal wieder zwei Spiele gewinnen.” Doch das ist bei zehn Partien in Folge ohne Sieg leichter gesagt als getan.

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