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Corona-Krise Psychologenverband befürchtet mehr Depressionen und Gewalt

„Viele Menschen haben derzeit ganz reale Ängste.“

Berlin – Der Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP) warnt vor einer Zunahme an Depressionen und Gewalt im Zuge der Corona-Krise.

„Viele Menschen haben derzeit ganz reale Ängste – sei es um ihre Gesundheit oder den Arbeitsplatz. Da ist es wahrscheinlich, dass Depressionen und Angststörungen vermehrt auftreten und somit auch Suizidalität zunehmen kann“, sagte die Präsidentin des BDP, Meltem Avci-Werning, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben).

Isolation sei eine große Belastung, sagte sie. Psychisch labile oder kranke Menschen würden in diesen Tagen unter erhöhtem Druck stehen. „Viele Ältere Menschen leiden unter Einsamkeit, wiederum anderen macht es zu schaffen, dass sie ihre Angehörigen im Pflegeheim nicht besuchen können“, sagte Avci-Werning.

Zudem befördere die jetzt überwiegend zu Hause verbrachte Zeit eine Zunahme bei häuslicher Gewalt. „Beengte Wohnverhältnisse, Angst vor Arbeitslosigkeit, Überforderung bei der Beschulung der Kinder zu Hause – all das führt in vielen Familien zu großem Druck“, sagte die Psychologin.

Die soziale Isolation führe überdies zu weniger sozialer Kontrolle. „Viele Kinder und Frauen brauchen jetzt besonderen Schutz“, mahnte sie.

Avci-Werning rief die Bundesregierung zur Korrekturen an ihrem Maßnahmenpaket auf, um auch Psychologen und Psychotherapeuten besser vor der Insolvenz zu schützen. „Die Anzahl von Menschen mit psychischen Erkrankungen wird während der Coronakrise zunehmen. Da sollte der Aufbau der Behandlungskapazitäten im Fokus stehen – nicht der Abbau“, sagte sie dem RND.

28.03.2020 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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