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Zweites Urteil im Prozess um Mord an Seniorin erwartet

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16.01.2012

Prozesse Zweites Urteil im Prozess um Mord an Seniorin erwartet

Ehemaliger Hausmeister bestreitet die Tat – BGH beanstandete Fehler im ersten Verfahren.

München – Zum zweiten Mal fällt das Münchner Landgericht am Dienstag (17. Januar, 16.00 Uhr) ein Urteil wegen des Mordes an einer 87-jährigen Frau aus Rottach-Egern. In dem Indizienprozess hat der angeklagte ehemalige Hausmeister Manfred G. stets bestritten, die Frau im Oktober 2008 umgebracht zu haben. 2010 war er zwar wegen Mordes verurteilt worden, der Bundesgerichtshof (BGH) hatte diese Entscheidung aber wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben.

Laut Staatsanwaltschaft war der Angeklagte aus Rottach-Egern der engste Vertraute der alleinstehenden Rentnerin, um die er sich täglich gekümmert hatte. Nachdem die alte Dame von einem Krankenhausaufenthalt heimgekehrt war, soll er ihr jedoch zweimal einen stumpfen Gegenstand auf den Kopf geschlagen, die verletzte Frau in die Badewanne gelegt und sie so lange unter Wasser gehalten haben, bis sie ertrank. Insbesondere das Gutachten eines sachverständigen Rechtsmediziners stützt diese Annahmen aus Sicht der Ankläger.

Nicht eindeutig geklärt ist, warum Manfred G. die Seniorin auf diese Weise getötet haben soll. Ursprünglich war die Staatsanwaltschaft davon ausgegangen, dass er die Tat begangen habe, um zu verschleiern, dass er ihr während ihrer Abwesenheit Geld gestohlen habe. Dies ließ sich jedoch nicht bestätigen, sodass die Ankläger mittlerweile davon ausgehen, dass sich der Mann durch die anspruchsvolle alte Dame bedrängt gefühlt und sie rüde zurückgewiesen habe. Um die Körperverletzung zu vertuschen, habe er sie schließlich umgebracht.

Der 51-Jährige, der im Prozessverlauf Vater eines Mädchens wurde, bestreitet die Tat. “Ich habe die Frau niemals gehauen, ich habe sie nicht beklaut und ich habe sie nicht getötet”, beteuerte er mehrmals während des Prozesses.

Das Verfahren machte Ende vergangenen Jahres nicht zuletzt deshalb Schlagzeilen, weil der Bundesgerichtshof in der ersten Verhandlung von Herbst 2009 bis Frühjahr 2010 einen schweren Verfahrensfehler erkannt hat. Der BGH hob das Urteil deshalb Anfang 2011 auf und verwies den Fall zur Neuverhandlung zurück an das Landgericht München. Der BGH beanstandete, dass die Staatsanwaltschaft während des ersten Prozesses den Anklagepunkt der Geldveruntreuung fallen gelassen hatte, aber den Angeklagten danach nicht darauf hingewiesen habe, dass eine Verurteilung wegen Mordes dennoch möglich sei.

Staatsanwalt Florian Gliwitzky sieht jedoch keinen Grund, an der Schuld des Angeklagten zu zweifeln. Er plädierte vergangene Woche auf eine Verurteilung wegen Mordes. Das Verfahren habe die Anklage im wesentlichen bestätigt. Die Verteidiger von Manfred G. fordern für ihren Mandanten dagegen einen Freispruch. G. sei mittlerweile “nervlich am Ende”, werde den Prozess aber bis zum Ende durchstehen – ein Ende, das diesmal Klarheit für alle Verfahrensbeteiligten schaffen soll.

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